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Es gibt im neuen Testament vier Listen mit etwa 25 geistlichen Begabungen: Röm 12, 1 Kor 12-14, Eph 4, 1 Petr 4. Auf Griechisch -und normalerweise auch in der religiösen Umgangssprache, von wo das Wort unter Veränderung seines Inhaltes in die allgemeine Sprache vorgedrungen ist- werden sie als “Charisma” Plural “Charismata” oder eingedeutscht “Charismen” bezeichnet. Da dieses Wort in der gesamten überlieferten griechischen Literatur außer im Neuen Testament nur noch an 2 weiteren Stellen vorkommt, ist es entsprechend schwer zu übersetzen. Jedenfalls werden in diesen Listen von Paulus und Petrus nicht nur die etwas spektakulären “übernatürlichen Charismen” Prophetie, Sprachenreden oder Heilungsgabe aufgeführt, sondern auch so “normal” anmutende Begabungen wie Lehren, Organisation, Gastfreundschaft oder Evangelisation. Es ist sinnvoll, daß jeder praktizierende glaubenstreue Katholik weiß, in welchem Bereich er besonders begabt ist, damit er sich verstärkt dort “engagieren” kann und man ansonsten möglicherweise ein vorhandenes Potential nicht ausnutzt. Auch das II. Vatikanum sagt in seinem Dekret über Dienst und Leben der Priester, daß die Priester den Gläubigen helfen sollen, ihre geistliche Begabung zu finden, ohne allerdings näher anzugeben, wie.
Der evangelische Pastoraltheologe Christian A. Schwarz, ein Schüler von C. Peter Wagner, hat in den 1990er Jahren das “Institut für natürliche Gemeindeentwicklung” gegründet, das Gemeinden, Pastoren und einzelnen Christen Hilfen geben möchte, qualitativ (geistlich) und quantitativ zu wachsen. C. Peter Wagner ist Professor für Gemeindaufbau (Church Growth) am Fuller Theological Seminary in Pasadena, Kalifornien. Er ist eines der Häupter der Gemeindewachstum- Bewegung in den USA. Der Forschungsansatz von Pastoraltheologen wie Wagner ist denkbar einfach: sie untersuchen schrumpfende, stagnierende und wachsende Gemeinden und versuchen mit einer Kombination aus genauer Beobachtung und anschließender Anwendung biblischer Lehren die Ursachen für Wachstum, Stagnation oder Schrumpfen zu finden. (Dabei kommt etwas heraus !).
In einem zweiten Schritt versuchen sie, Veränderungen herbeizuführen, so daß eine schrumpfende Gemeinde zu einer wachsenden Gemeinde werden kann. Man vergesse nicht, daß es in den USA keine Kirchensteuer gibt - Gemeinden und besonders ihre Pastoren haben nicht nur ein geistliches, sondern auch ein existentielles Interesse, das Schrumpfen einer Gemeinde zu verhindern, jedenfalls können sie sich nicht auf Pfründen ausruhen wie im deutschen kirchensteuerfinanzierten Landeskirchensystem.
Ein Faktor, der Gemeinden wachsen läßt -aber nur einer unter etwa einem knappen Dutzend mehr- ist die “gabenorientierte Mitarbeiterschaft”, wie Schwarz und Wagner sie nennen. Ich würde eher von “begabungsorientiert” reden. Soll heißen, daß Gemeindemitglieder vornehmlich solche innergemeindliche Aufgaben übernehmen, für die sie Gott auch begabt hat. Klingt trivial, ist es aber nicht. Ein Grund, weswegen dieses Prinzip oft verletzt wird, ist, daß Christen gar nicht wissen, wo ihre “Stärken” liegen. Und dafür hat Schwarz einen “Gabentest” entwickelt. Die Person füllt ihn aus bzw. ein Teil der Fragen wird von einer ihr nahestehenden Person ausgefüllt, ermittelt einen Punktwert und kann daraus recht zuverlässig bestimmen, in welchen Bereichen ihre “Stärken” liegen und sich dementsprechend orientieren: mehr caritative Arbeit z.B. in der Vinzenz-Konferenz, musikalisch im Chor, intellektuell in der Katechese oder andere Aufgaben wie etwa die Kinderbetreuung..
Nachfolgend gebe ich Ihnen einige Seiten dieses “Gabentestes”, der in der hier dargestellten ersten Version über 100 00 mal abgegeben wurde. Ich habe ihn selber gemacht und das Ergebnis war für mich von größtem Wert und teilweise sehr überraschend. (Anmerkung: es handelt sich um das Produkt eines evangelischen -d.h. häretischen und schismatischen- Theologen und ich kann daher Katholiken nicht allgemein empfehlen, es zu verwenden. Es ist zwar im wesentlichen ein psychologischer Test, aber er beinhaltet implizit zahllose heterodoxe Lehren. Bezugsquelle www.CundP.de Und natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, die eigenen “Stärken” herauszufinden, dieser Test ist nur eine davon).
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