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Wenn es EIN Thema gibt, das ich in Schrift und Wort (Vortrags- und Lehrdienst: hier) behandeln möchte, so dieses:
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Wann wächst eine Gemeinde ? Was kann eine Gemeinde tun, damit sie wächst ?
Fürs erste möchte ich Ihnen auf dieser Seite vorstellen, was die Forschungen des evangelischen Pastoraltheologen Christian A. Schwarz ergeben haben. Schwarz ist der Gründer und Leiter des Institutes für Natürliche Gemeindeentwicklung.
Er hat wachsende, stagnierende und schrumpfende Gemeinden untersucht - was machen die einen anders als die anderen ? Welche Folgerungen daraus ziehen ?
Auf der Osterakademie 2008 in Kevelaer habe ich genau zu diesem Thema gesprochen: Wie kann eine katholische Gemeinde heute wachsen ? Was können wir von den neuen –und alten- geistlichen Gemeinschaften lernen, um auch eine „normale“ Ortsgemeinde auf „Wachstumskurs“ zu bringen ? Der Vortragstext steht als Download hier zur Verfügung ( 213 KB, pdf). Ich habe ihn als Videopräsentation vorgetragen, die zum Download hier bereitsteht (2.73 MB Power-Point) Im Juni 2007 habe ich zu diesem Thema eine 2- stündige Gastvorlesung an der Gustav- Siewerth- Akademie gehalten mehr Das links abgebildete Buch sowie andere lesenswerte Schriften wurden vom C & P - Verlag herausgegeben.
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1000 evangelische Gemeinden weltweit wurden untersucht (mittlerweile weitere 24000, darunter auch ein paar katholische) - aus den unterschiedlichen Be- funden in wachsenden, stagnierenden und schrumpfen- den Gemeinden wurden Regeln, “Prinzipien” wie Schwarz sie nennt, abgeleitet. Diese Prinzipien geben zugleich Handlungsanweisungen für eine Gemeindeleitung, was sie tun sollte, damit ihre Gemeinde wächst. (Es genügt also nicht, einfach eine wachsende Gemeinde zum Modell zu nehmen und zu kopieren - Gemeindewachstum ist dafür zu komplex).
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Hier stelle ich Ihnen die Ergebnisse “in Bildern” vor - sie sind sämtlich dem links oben gezeigten Buch entnommen. Noch mehr erfahren Sie in zwei Artikeln,die ich 2005 in der Zeitschrift “Theologisches” veröffentlicht habe -der eine Artikel stellt die Arbeit von Schwarz vor hier . -der andere Artikel untersucht, ob das Konzil, gemessen an Schwarz’ Forschungsergebnissen, dem Gemeindewachstum dient hier .Schwarz findet, daß Gemeinden um so eher wachsen werden, je höher die “Qualität” des gemeindlichen Lebens ist. Er identi- fiziert dabei 8 “Qualitätsmerkmale, die er so benennt: “Leidenschaftliche Spiritualität” “Inspirierender Gottesdienst” “Bevollmächtigende Leitung” “Zweckmäßige Strukturen” “Liebevolle Beziehungen” “Ganzheitliche Kleingruppen” “Gabenorientierte Mitarbeiterschaft” “Bedürfnisorientierte Evangelisation”.
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Zum Verständnis der Abbildungen: in allen untersuchten Gemeinden wurde eine Anzahl von Gemeindemitgliedern die jeweilige Frage gestellt. Angegeben sind die Antworten - aufgeschlüsselt nach 4 Gruppen: die Antworten von Christen aus schrumpfenden Gemeinden niedriger und hoher Qualität, wachsenden Gemeinden niedriger und hoher Qualität. Was unter “niedriger und hoher Qualität” zu verstehen ist, lesen Sie am besten in dem bereits genennten Artikel hier nach.
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Leidenschaftliche Spiritualität:
Die Gemeindemitglieder geben an, daß ihre persönliche Zeit des Gebetes Ihnen Freude und Kraft gibt.
Auf katholische Verhältnisse übertragen: Gemeinden, in denen Katholiken gerne das Allerheiligste Altarsakrament anbeten, häufig am Heiligen Messopfer teilnehmen, in ihren Familien oder alleine Rosenkranz beten oder Lobpreis halten ... sind natürlich anziehender, da Nichtchristen hier rascher “lernen” können, wie und warum man mit Jesus Christus lebt..
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Inspirierende Gottesdienste:
Gemeinden wachsen eher, wenn die Gemeindemitglieder aus dem Sonntagsgottesdienst “etwas mitnehmen”.
Auf katholische Verhältnisse übertragen: wenn die Besucher begreifen, was beim Heiligen Messopfer geschieht (sofern das überhaupt möglich ist !), wenn gemeinsamer Rosenkranz oder Sonntagsvesper sich großer Beliebtheit erfreuen, musikalisch und liturgisch schön gestaltet sind ... werden eher mehr neue Leute davon “angesteckt” werden und dazustoßen.
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Bevollmächtigende Leitung und Zweckmäßige Strukturen:
Der Gemeindepastor ist nicht nur dazu da, zu taufen, zu predigen und zu beerdigen und vielleicht noch Kinderkatechismus zu geben. Er ist vielmehr der Schlüssel zum Wachstum der Gemeinde - in Qualität und Quantität. Dazu gehört es, daß er dafür sorgt, daß die Gemeindemitglieder ausgebildet werden - nicht nur in Fragen der Lehre, sondern auch für die gemeindlichen Dienste, die sie übernehmen. So sollte jeder gemeindliche Arbeitsbereich -z.B. der Chor- neben einem Leiter auch einen Co- Leiter haben, der von dem Leiter trainiert wird, um ihn eines Tages ersetzen zu können.
Auf katholische Verhältnisse übertragen: Es leuchtet ein, daß z.B. mehr Leute in der Gregorianik- Schola singen werden, wenn die Gemeindeleitung die Sänger ermutigt, an einem Gregorianik- Seminar teilzunehmen, wo sie erst richtig “auf den Geschmack” kommen werden. Das Heranbilden von Co- Leitern ermöglicht u.a. die Kontinuität der Arbeit, wenn der aktuelle Leiter aus irgendeinem Grunde ausfällt, z. B. wegen Umzugs oder Krankheit - so leidet die Attraktivität der Gemeinde nicht.
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Ganzheitliche Kleingruppen:
Eines der wichtigsten Prinzipien ist es, die Gemeindemitglieder neben dem meist recht anonymen Sonntagsgottesdienst in kleinere Gruppen “Hauskreise” zu integrieren. Für das Gemeindewachstum sind diese wichtiger als der Hauptgottesdienst ! Diese Kleingruppen sollen beileibe keine bloßen theologischen Arbeitskreise oder Diskutierklubs sein - sondern in ihnen sollen die Christen gemeinsam Beten, sich austauschen und beistehen (und natürlich auch inhaltliche Themen behandeln). Nichtchristen können über solche Hauskreise vergleichsweise leicht zu Christus finden und in die Gemeinde integriert werden.
Auf katholische Verhältnisse übertragen: ich kenne kaum eine deutsche oder französische Gemeinde, die dieses Prinzip anwenden würde - auch nicht in der katholischen Tradition. Aber es gibt überpfarrliche geistliche Gemeinschaften, die wachsen und dieses Prinzip verwenden, z.B. die Gemeinschaft Emmanuel und, mit Einschränkungen, das Opus Dei. (Natürlich wird in einer katholischen Gemeinde immer die Sonntagsmesse unerläßlich sein - aber das schließt ja die Teilnahme an Hauskreisen nicht aus).
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Liebevolle Beziehungen:
Es leuchtet ein, daß menschlich gute, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Gemeindemitgliedern -und solchen, die neu sind !- dem Gemeindewachstum dienen: man geht dann auch in die Gemeinde, um all die netten Leute zu treffen, sich zu verabreden, gemeinsam Spaß zu haben (“liebevolle Beziehungen” meint das, und nicht so sehr intensive Gefühle).
Auf katholische Verhältnisse übertragen: wenn Sie an der Gültigkeit dieses Gemeindewachstumsprinzip zweifeln, stellen Sie sich nur einmal das Gegenteil vor: würden Sie in einer Gemeinde gehen, wo man Sie schief anschaut, wo Leute Ihnen Schwierigkeiten und Ärger bereiten ?
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Begabungsorientierte Mitarbeiterschaft und Bedürfnisorientierte Evangelisation:
Hierzu lesen Sie am besten wieder im Artikel in Theologisches nach hier wo insbesondere erläutert wird, was “bedürfnisorientierte Evangelisation” ist. “Begabungsorientierte Mitarbeiterschaft” meint, daß jeder Christ in einem bestimmten Bereich besonders begabt ist, z.B. für die Neuevangelisierung. Die Gemeindeleitung sollte ihren Schäfchen helfen, herauszufinden, wofür sie jeweils begabt sind (wie das gehen kann: hier ) - und sie dann ermutigen, eine gemeindliche Aufgabe zu übernehmen, die dieser Begabung entspricht.
Auf katholische Verhältnisse übertragen: die Heiligen sind zwar alle heilig ... aber oft sehr verschieden: wie unterschiedlich haben der große Gelehrte Thomas von Aquin, der Armuts- und Friedensprediger Franz von Assisi oder der Hl. König Ludwig IX. von Frankreich gelebt - sie waren eben auf verschiedenen Gebieten begabt; Thomas hätte nicht Franz sein können und umgekehrt, und keiner von beiden König Ludwig.
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Schwarz ist “Praktiker”: er möchte verändern - nicht nur interessante Vorträge halten oder Bücher schreiben.
Am Anfang des Gemeindewachstums steht die Bestandsaufnahme: wo steht die Gemeinde ? Konkret: wie hoch ist ihre “Qualität” in den oben genannten 8 Qualitätsmerkmalen ?
Das wird mittels eines “Gemeindeprofils” festgestellt: 30 ausgewählte Gemeindemitglieder beantworten einen Fragebogen, der alle 8 Qualitätsmerkmale erfragt, mit Fragen wie oben dargestellt. Daraus wird unter Vergleich mit allen bisher untersuchten 25 000 Gemeinden der “Qualitätswert” für jedes der 8 Qualitätsmerkmale errechnet.
(Diese Untersuchungen führt das Institut für Natürliche Gemeindeentwicklung gegen eine kleine Gebühr durch).
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Das Institut für Natürliche Gemeindeentwicklung hat zu allen 8 Qualitätsmerkmalen Materialien entwickelt, die von der Gemeindeleitung eingesetzt werden können. Natürlich kann man darauf auch verzichten und auf andere Weise die “Qualität” erhöhen (für katholische Gemeinden sind die unten gezeigten, sämtlich über den C & P - Verlag erhältlichen Arbeitshilfen leider nicht direkt einsetzbar, da sie in Nebensätzen zu viele bzgl. des Glaubens und der Sitten häretische Meinungen enthalten).
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Auf katholische Verhältnisse übertragen: wenn eine katholische Gemeinde die Beziehungen ihrer Messbesucher freundschaftlicher, liebevoller gestaltet ... wenn die Kirchgänger gerne, häufiger und mit mehr “Erfüllung” beten und am Hl. Messopfer teilnehmen lernen ... wenn sie gemeindliche Aufgaben übernehmen, für die sie begabt sind (die sie also gut und gerne ausfüllen können !) ... wenn die Gemeindeleitung jedem einzelnen menschlich und geistlich “weiterhilft” ... wenn die Gemeinde als ganze in überschaubare, harmonische Kleingruppen aufgeteilt ist, in denen ein Stück weit das Evangelium persönlich gelebt wird ... und wenn diese Gemeinde zudem ein wenig aktive Mission betreibt: wäre es dann nicht ein Wunder, wenn sie NICHT neue Menschen anziehen würde ?!?
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