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Diese Seite schildert die Geschichte meiner Praxis - von den allerersten Anfängen bis heute.
Die neuesten Ereignisse sind am weitesten oben - als Kollege, der die Übersiedlung nach Frankreich erwägt, sind naturgemäß die Anfänge, die sich ganz am unteren Seitenende befinden, für Sie am interessantesten.
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April 2010: Die Kinderecke erhält einen neuen Boden: abwaschbare Kunststofffliesen mit Buchstaben und Zahlen statt des alten Teppichs, dazu Malbuch und Wachsstifte. Meine 3. Steuererklärung als Niedergelassener erweist sich als einfacher als gedacht ... bleibt aber noch kompliziert genug, zumal erstmals per die Erklärung per Internet abzugeben ist.
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November 2009: Ich stelle mich als Impfarzt gegen die befürchtete Vogelgrippe zur Verfügung - und werde erst einmal selber geimpft.
August 2009: Nach 1 1/2 Jahren ohne Urlaub (außer gelegentlich einigen Tagen) nehme ich einen ganzen Monat frei und besuche insgesamt 4 Freunde + meine Eltern an 5 verschiedenen Orten. Da ich keinen Vertreter gefunden habe, gebe ich in 2 Anzeigen -größer als das Standardformat- meine Abwesenheit Mitte und Ende Juli bekannt: Meine Patienten zählen auf mich und können sich so noch mit ihren üblichen Medikamenten eindecken.
18. 6. 2009: Der 75. Patient der CPAM wählt mich als Hausarzt. (Ich bin noch Hausarzt für eine weitere Zahl von Patienten, die den wenigen Spezialkrankenkassen für z.B. Bergleute, Eisenbahner oder Lehrer angehören, erhalte aber nur von der CPAM die genaue Liste. Ich schätze, dass ich zum selben Zeitpunkt noch für knapp 25 weitere Patienten Hausarzt bin.)
Juni 2009: Ich nehme erstmals aktiv als Untersucher an einer klinischen Studie www.lessages.org teil, deren Ziel ist, die medizinische Versorgung von Senioren über 65 mit den 4 Krankheiten Diabetes, Vorhofflimmern, arterielle Gefäßerkrankung einschließlich Koronarerkrankung sowie chronischer Schmerz während 3 Jahren halbjährlich zu beobachten und mit gesondertem Einverständnis des Patienten das Vorliegen oder Fehlen von etwa 25 an der Diabetesgenese beteiligten Genen zu prüfen (es handelt sich also um eine reine Obervationsstudie und keine Interventionsstudie). Ich bin dem Diabetesarm zugeordnet und muss in Juni und Juli einen Diabetiker über 65 und maximal 3 Diabetiker über 75 in die Studie aufnehmen. Den ersten dieser Patienten schließe ich am 16. 6. 2009 ein, die übrigen -alle über 75- in den folgenden Wochen.
25. 5. 2009: Während einer kleinen Zeremonie erhalte ich zusammen mit 54 weiteren “Neufran- osen”, darunter nur 2 weitere Europäer (aus Rumänien) in der Unterpräfektur durch die Unterpräfektin in Gegenwart des örtlichen Abgeordneten der Nationalversammlung meine französischen Papiere wie der französische Personalausweis. Ich empfinde es als eine Ehre und vor allem als eine Bestätigung, dass die Dorfeinwohner mit mir und meiner Arbeit zufrieden sind, dass mich der Bürgermeister von Walschbronn und der 2. Beigeordnete (siehe Bild rechts in der Mitte unten bei der Praxiseröffnung) nicht nur -der Einladung der Unterpräfektur folgend- mich begleiten, sondern wir sogar im Wagen des Bürgermeisters fahren.
15. bis 17. 5 2009.: Die letzte von 23 Ausbildungsveranstaltungen zur kognitiven Psychotherapie während 3er Jahre zum Preis von insgesamt 3000.- Euro zuzüglich Fahrtkosten findet statt. Die ersten 2 Jahre habe ich in Paris absolviert, 10 Samstage, das letzte Jahr bei der entsprechenden Institution für Ostfrankreich, 3 verlängerte Wochenenden mit je 3 Tagen (Fr Sa So) Unterricht und Supervision.
April/ Mai 2009: Ich verfasse zum zweiten Mal die komplizierte Steuererklärung eines niederge- lassenen Landarztes ... und es fällt mir genauso schwer wie beim ersten Mal vor einem Jahr.
30. 6. 2009: Das erste EEG wird in meiner Praxis abgeleitet: Wenn ich auch die EEG- Auswertung beherrsche, so muss ich mich doch mit dem neuen Gerät in Ruhe vertraut machen, und dazu brauche ich eine Versuchsperson - und möchte das keinem meiner Patienten oder sonst im Dorf Wohnenden zumuten.
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Der Besuch eines langjährigen Freundes (links) aus altem portugiesischem Adel, der nach dem Rechts- und Geschichtsstudium die Güter seiner Vorfahren (seit dem 13 Jh. im Familienbesitz) übernommen hat, und besonders seine Hilfsbereitschaft und Freundschaft ermöglichen mir, erstmals ein EEG abzuleiten, und zwar an mir selber.
Im Jahre 2006 und wieder im Herbst 2009 habe ich übrigens ihn in Portugal besucht und wir haben gemeinsam eine Wallfahrt nach Fatima gemacht, wo die Mutter Jesu 1917 nachweislich drei Hirtenkindern mehrfach erschienen ist.
Während seines Besuches haben wir die Festungswerke rechts besichtigt und ich verdanke ihm die Photos im damaligen Sanitätsbereich..
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Dezember 2008: Die erste Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie) eines Patienten, der seit über 10 Jahren an Panikattacken mit Agoraphobie leidet, findet ihren erfolgreichen Abschluss. Über ihn verfasse ich mein 30-seitiges Mémoire (Abschlussarbeit) des 3. Jahres meiner Psychotherapieausbildung und sende sie im Juni 2009 termingerecht zum 30.6. 2009
28. 11. 2008: Ich erhalte die französische Staatsangehörigkeit .
August 2008: Ich erwerbe ein gebrauchtes EEG- Gerät von einem deutschen Kollegen, der mich durch die Webseite kennengelernt hat und frische in den kommenden Monaten meine Kenntnisse in der EEG- Auswertung auf. Das Gerät arbeitet zwar noch analog mit Papieraufzeichnung, ist aber voll intakt und musste nur wegen einer willkürlich gesetzten neuen Norm der Krankenkassen durch ein moderneres Gerät ersetzt werden, während die Bezahlung für ein EEG seit den 1990er Jahren nicht mehr gestiegen ist. Einmal mehr bin ich froh, hier in Frankreich niedergelassen zu sein.
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April/ Mai 2008: Ich verfasse erstmals die Steuerklärung eines Niedergelassenen, die deutlich komplizierter als die eines Praxisvertreters ist.
November 2007: Ich werde erstmals während eines Urlaubs von einem Kollegen vertreten.
Juli 2007: Ich schließe erstmals die Praxis wegen 2 Wochen Urlaubs (verbleibe aber die meiste Zeit im Dorf und bin damit für Notfälle erreichbar).
Januar bis Mai 2007: In diesen ersten Monaten werde ich fast jede Woche einmal nachts von Dorfbewohnern wegen eines kleinen oder größeren Notfalls herausgeklingelt.
16. 1. 2007: Reale Eröffnung der Praxis (zwischen dem 2.1. und dem 16.1. habe ich bereits jeden Tag einen Patienten und unterzeichne die ersten drei Hausarztverträge; die Patienten beste- hen darauf zu kommen, obgleich ich sie nachdrücklich darauf aufmerksam machen muss, dass die Praxis noch eine Baustelle ist und selbst der Computer noch nicht funktioniert.
2. 1. 2007: Juristische Eröffnung der Praxis
28. 12. 2007: Ich ziehe von meiner Übergangswohnung in die endgültige Wohnung um. Der Gemeindearbeiter hilft mir auf Anweisung des Bürgermeisters: Wir laden gemeinsam alles auf den Anhänger eines Traktors, fahren die paar hundert Meter und entladen in Praxis bzw. Wohnung; die gesamte Aktion dauert keinen ganzen Vormittag !
Dezember 2008: Die französische Krankenkasse CPAM bestätigt meine Niederlassung und rüstet mich mit allen nötigen Formularen (Feuille de soins, Transportschein, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung etc. etc. aus. Gratis, das ist hier so üblich und ich kann jederzeit gratis “Nachschub” bestellen. Diese Bestätigung ist eine reine Formalität - es besteht hierzulande vollständige Niederlassungsfreiheit. Der Ordre des médecins genehmigt die Texte meiner Rezepte und meines Praxisschildes (beides ist verpflichtend - ich selber erfahre bei der Gelegenheit, dass es in Frankreich untersagt ist, eine Praxishomepage zu besitzen und erst recht deren Webadresse in Rezepten etc. anzugeben !)
September 2006 bis Januar 2007: Ich halte in Walschbronn und den Nachbardörfern Waldhouse, Breidenbach, Bousseviller und Hanviller ehrenamtlich allgemeinverständliche medizinische Vorträge. Der Besuch ist gut, die Vorträge werden gut aufgenommen und der Lokalteil der örtlichen Zeitung “Le Républicain Lorrain” berichtet darüber. Aufgrund der rechts geschilderten Beschwerde nach einem halbseitigen Zeitungsinterview entkomme ich nur knapp Dank des Einsatzes eines Kollegen einem Berufsgerichtsverfahren, das wegen unerlaubter Werbung zu einem mindestens mehrmonatigen Berufsverbot führen könnte. Ich muss daher alle bereits weiter zugesagten Vorträge absagen, um meine Existenz nicht zu gefährden. Die Vorträge betrafen 3 Themen und sind als Power-Point-Präsentation downloadbar (und jede Präsentation ist teilweise zweisprachig):
Pourrais-je devenir cardiaque Könnte ich herzkrank werden (4.8MB ppt) Mon enfant est malade Mein Kind ist krank (8.2 MB ppt) J’ai mal au dos Ich habe Rückenschmerzen (1.7 MB ppt
August 2006: Ich beende das 2. Jahr der Ausbildung in kognitiver Verhaltenstherapie mit einem “Mémoire” (Abschlussarbeit) die mit 19.5 von 20 Punkten benotet wird - ich gebe zu, dass mich dies sehr erleichtert hat, denn nach dem ersten Jahr gab es eine Prüfung, die ich erst in der Wiederholung knapp bestanden habe.
Mai 2006 Ehrw. Schw. Marie- Alfred verläßt in hohem Alter nach über 40 Jahren Dienst u.a. als Krankenschwester und Sakristanin als letzte Schwester die Wohnung und das Dorf. Der häretische Priester, der Pfarrer von Walschbronn und 6 weiteren ehemalige Pfarreien ist, hatte ihr möglichst langes Verbleiben im Dorfe gewünscht. Die ehemalige Wohnung der Schwesternkommunität wird zur Arztwohnung umgebaut und renoviert.
7. 5. 2008: Ich siedele von Nantes nach Walschbronn um, zunächst in eine (sehr schöne !) Übergangswohnung. Bürgermeister, 1. und 2. Beigeordneter, ein weiteres Mitglied des Gemeinderates und ein zufällig vorbeikommender Spaziergänger - dessen Hausarzt ich mittlerweile bin - helfen mir beim Entladen des Möbelwagens.
1958 Anschluß des Gebäudes an die Kanalisation (fließendes Wasser, Wassertoiletten) gemeinsam mit dem übrigen Dorf
1930er Jahre Erbauung des Gebäudes, in dem sich heute die Praxis befindet, als dörfliche Schule mit Klassenräumen für Jungen und Mädchen, Wohnungen für das Lehrpersonal und eine kleine Schwesternkommunität, die die Mädchenklassen leitete sowie die Dorfkrankenschwester stellte. Damals und bis in die 50er Jahre gab es einen einzigen Arzt in der Region, in 18km Entfernung in Bitsch, und die Krankenschwestern, die normalerweise Nonnen waren, hatten de facto die Funktion eines Hilfsarztes, so wie noch heute in ländlichen Gebieten der 3. Welt.
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Eine kleine Idee von mir, die heute noch meinen Hahnen- kamm schwellen läßt: Zwischen Toilette (übrigens ein Hochspüler, von wegen der leichteren Probenentnehm- barkeit) und OP- Zimmer gibt es eine kleine Klappe, durch die die Patienten ihre Urin- oder Stuhlprobe durchreichen können - statt mit ihr in der Hand durch das Sprechzimmer laufen zu müssen !
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Als Farben für Eingangsbereich, Wartesaal, und Toilette habe ich einen hellen Grünton gewählt, da diese Farbe nachgewiesen für die Patienten am beruhigendsten ist (viel mehr als das “klinische” Weiß !)
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Oben ist das Auto der Malerfirma, die die Arbei- ten im wesentlichen durchführte (ein Elektriker kam auch noch), und alles auf Gemeindekosten, insgesamt 36 000.- Euro, neben meinem damaligen Auto zu sehen. Die Zwischenwände bestehen aus einem soliden Metallgerüst, das mit Gips verkleidet ist.
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Ein großer Raum, der in 3 Teile unterteilt wurde Wartezimmer, 2 Sprechzimmer und 1 OP-Raum.
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Eine andere Ansicht der Praxis vor den Umbauarbeiten. Alles war zum Jahresende 2006 bereit, das hatte der Bürgermeister versprochen UND gehalten !
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Innenausbau (neue Wände) oben, Fensterdurch- bruch für den zukünftigen Wartesaal unten.
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Das Automobil parkt neben dem Haus, in dem heute die Praxis liegt - sympatischerweise gibt es dort einen kleinen Parkplatz. (Und von Stellplatzverordnung, die einen dazu verpflichtet, für tausende Euros Parkplätze zu schaffen, notfalls im eigenen Vorgarten, habe ich hier noch nie gehört).
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Der Eingang zu meiner Praxis ... vor dem Umbau
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