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Die Cliniques haben im allgemeinen weniger finanzielle, diagnostische und therapeutische Mittel als die staatlichen Krankenhäuser (hôpital) und man wirft Ihnen nicht zu Unrecht vor, sich die “Rosinen” aus dem Kuchen herauszupicken: gut behandelbare Krankheiten, Patienten mit guter Prognose, gut bezahlte Operationen ... und wenn ein Patient bettlägerig wird oder bleibt: ab ins hôpital mit ihm. Sie unterhalten nur sehr selten eine Notaufnahme und sind meist auf einzelne Fachgebiete oder Untergebiete spezialisiert. Cliniques beschäftigen keine Assistenzärzte und sind nicht zur Weiterbildung von Fachärzten berechtigt - das dürfen nur die hôpitaux. Die Ärzteschaft einer clinique setzt sich also nur aus Fachärzten zusammen, die meist noch eine Praxis haben -ausgenommen Fachgebiete, wo das nicht üblich ist, z.B. Thoraxchirurgie- und dazu eine Anzahl Belegbetten in dieser Clinique haben, die sie eigenverantwortlich betreuen - es gibt in einer Clinique keinen Chefarzt, der einmal wöchentlich überall Visite macht. In einer Clinique müssen die Patienten wie in einer Praxis die Behandlungskosten selber vorstrecken und bekommen sie dann von der Kasse wieder; einzelne Cliniques verlangen höhere Sätze, als die Kasse erstattet. Der Patient hat dann entweder eine Zusatzversicherung oder zahlt den Unterschied selber. Andererseits sollen Pflege und Räumlichkeiten in den Cliniques besser sein - ich habe in meiner Zeit als Assistenzarzt in verschiedenen hôpitaux nur sehr wenige wohlhabendere Patienten aus “gehobenen” Berufsgruppen gesehen, so dass ich schließe, dass diese bevorzugt in eine Clinique gehen. In einer Clinique ist kein Platz für Assistenzärzte im deutschen Sinne - hoffen Sie nicht, dort eine Anstellung zu finden.
Die staatlichen Krankenhäuser sind im Grunde wie die deutschen auch, mit einigen kleinen Eigenheiten. Sie betreiben die Grund- und Maximalversorgung der Bevölkerung, haben Notfallaufnahmen, halten alle Fachgebiete vor und bilden Fachärzte aus. Ein wichtiger Unterschied sind die flacheren Hierarchien: jeder Facharzt, der auf einer festen Stelle als “practicien hospitalier” angestellt ist, hat eine eigene Station, die er allein eigenverantwortlich führt. Der Chefarzt ist der primus inter pares der fest angestellten Fachärzte -teilweise wird er nur für 5 Jahre und nicht mehr auf Lebenszeit gewählt- und hat vor allem administrative Funktionen. Keinesfalls kontrolliert er wöchentlich die Arbeit “seiner” Oberärzte. Die Assistenzärzte wechseln alle halbe Jahre zwischen den Stationen und teilweise auch zwischen den Fachgebieten. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Arbeit am Samstag-Vormittag: reguläre Arbeitszeit mit Visite etc. in den Krankenhäusern wie in den Arztpraxen.
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