Mit.bl.3

Hinweis: Ich freue mich sehr über die am 24. 1. 2009 verfügte Aufhebung des Exkommunikationsdekretes gegenüber den 4 von S.Ex. Erzbischof Lefebvre am 30.6. 1988 geweihten Weihbischöfen. Zugleich schließe ich mich vollständig der Erklärung an, die der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., H.H. P. Schmidberger, am 25.1. 2009 in allen deutschen Gemeinden der Bruderschaft verlesen ließ und die vollständig der hier nachlesbaren Position des Generaloberen der Bruderschaft entspricht, nämlich daß es sich bei den Äußerungen eines des 4 Weihbischöfe, Msgr. Richard Williamson, bezüglich der Zahl der Opfer der Shoa oder “Holokaust”, um dessen Privatmeinung handelt und nicht um die offizielle Position der Priesterbruderschaft St. Pius X. Weitere klare Distanzierungen finden sich auf der Webseite der dt. Piusbruderschaft www.fsspx.info
Ich persönlich kann diese Äußerungen in keiner Weise akzeptieren und erkläre ausdrücklich, daß ich weder einen Grund habe, an der meiner Wissens von der historischen Forschung allgemein angenommenen Zahl von 6 Millionen durch die Nationalsozialisten ermordeten Menschen jüdischen Glaubens zu zweifeln (die genaue Zahl kennt  nur Gott der Richter alleine) noch an der Tatsache der Existenz u.a. der Gaskammern in Ausschwitz, in denen ein großer Teil dieser Morde geschah. Es gibt genügend überlebende Augenzeugen für diese Gaskammern. Auch verurteile ich jede Form von Antisemitismus; die Gründer der katholischen Kirche entstammten dem Judentum bzw. -im Falle des Heiligen Joseph, des Nährvaters Jesu- verbrachten ihr gesamtes Leben als gläubige Juden.

Apostolatsschulung für Laien in Stuttgart

Wolfgang B. Lindemann in:  Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. für den deutschen Sprachraum, Nr. 359 Dezember 2008, p.15-17 Download des gesamten Heftes hier (3 MB, pdf)

Gut 30 Gläubige möchten apostolisch wirken und Pater Schmidberger gibt dafür am 15.11. ein Tagesseminar im Distriktsitz in Stuttgart.

Ein Vortrag über 5 Formen des (Laien-) Apostalates, einer über die Bedingungen für dessen Fruchtbarkeit.

Die 1. Form des Apostolates ist das katechetische Apostolat.

Die meisten Menschen wissen nichts mehr von Gott und Kirche –  darum die Verteilung entsprechender Literatur. Die Bruderschaft hat ein eigenes Flugblatt mit den Grundwahrheiten des Glaubens erstellt, die wohl die wenigsten Firmlinge noch kennen. Pater Schmidberger berichtete interessante Erfahrungen mit Büchertischen, die die Seminaristen aus Zaitzkofen regelmäßig in Regensburg betreiben. Die amtliche Genehmigung ist nötig, aber leicht zu erlangen. Ziel ist nicht, möglichst viele Bücher zu abzugegen, sondern mit den Passanten ins Gespräch zu kommen, Vorurteile abzubauen, zu hören, ein bißchen Seelsorge zu geben, Gebetsanliegen anzunehmen. Und auf  Seiten der Betreiber … die Menschenfurcht zu überwinden und sich im Argumentieren zu üben.

Die Bruderschaft hat eine neue kreative Idee: „Stumme Verkäufer“, die in vielen Städten Zeitungen vertreiben, können auch Christus dienen. Sie müssen an belebten Plätzen stehen, und meist auf Privatgelände, da es für öffentliche Plätze selten Genehmigungen gibt. 16 von diesen sind bereits bundesweit aufgestellt, in ihnen finden sich – gratis ! – ältere Ausgaben der Kirchlichen Umschau und des Mitteilungsblattes. Da auch unerbetene Schriften dort abgelegt werden – z.B. von Homosexuellen – ist tägliche Kontrolle nötig; in Soltau wurden sogar 2 Verkäufer anzündet.

Leserbriefe und Briefe an einflußreiche Persönlichkeiten erreichen meist mehr, als man meinen mag – so man sich nur kurz, prägnant und strukturiert ausdrückt. Auch das Internet – bei all dem Schlechten– kann dem katechetischen Apostolat dienen und schließlich möchte die Bruderschaft immer noch mehr Menschen ihr Mitteilungsblatt schicken: Die Gläubigen können dem Distriktsitz Adressen eventuell Interessierter mitteilen. P. Schmidberger schätzt, dass es in Deutschland noch einige weitere zehntausend Interessenten geben dürfte.

Die 2. Form ist das caritative Apostolat.

Jeder weiß, was das meint – P. Schmidberger sprach darum besonders über das Apostolat an Sterbenden (und deren Angehörigen), für die oft gilt, was der Gelähmte am Teich Bethesda zu Jesus sagte „Ich habe niemanden, der mich zum Wasser bringt“.

Die zeitliche Ordnung christlich prägen ist die 3. Apostolatsform.

Das erste apostolische Feld eines Laien sind seine Familie, Freunde und Arbeitskollegen.

Das ist mehr als direkt vom Glauben zu berichten – so das Bemühen, daß am Arbeitsplatz nicht geflucht wird oder keine zweifelhaften Zeitschriften ausliegen. In der Anfangszeit der Kirche wurden meist gleich ganze Häuser gläubig. Dazu gehören auch Hilfen und Proteste bei Abtreibung, religiöse Schriften in Wartezimmer auslegen, bis hin zur Weihe eines Dorfes an das Herz Mariens, wie es in Frankreich vor einigen Jahren in einer gemeinsamen Aktion einige traditionsverbundene Dorfürgermeister taten. (Mit der Konsequenz, daß es in dem Dorf weder Disko noch Pornos geben soll und die Kirche, die in Frankreich seit 1905 Staatsseigentum ist, schön geschmückt wird).

Die Liebe findet tausend Wege – so berichtete Pater Schmidberger von einer mutigen Grundschullehrerin, die sich vom Direktor die Erlaubnis geholt hat, mit den Kindern ihrer Klasse in einer Pause ein Gesätz vom Rosenkranz zu beten. Die Kinder fragen dann sehr interessiert und tief über den Glauben.

Die 4. Form

nannte P. Schmidberger das „gemischte Apostolat“: Jedwede Unterstützung der Priester, angefangen beim Säubern und Schmücken der Kirche, ministrieren, Schola, rekrutieren für Exerzitien und Wallfahrten … einfach alles, was dem Priester Arbeit abnimmt oder zuarbeitet, bis hin zum Fahrdienst oder Bücher- und Devotionalientransport in Länder, wo diese verboten sind.

Die 5. und letzte Fom

ist das Gebetsapostolat. In Deutschland sind 1000 Personen im Rosenkranzkreuzzug für die geistliche Auferstehung unseres Vaterlandes eingeschrieben – 700 000 waren es in Österreich mit dem damaligen Bundeskanzler an der Spitze, und die Sowjets verließen das Land, ohne irgendeine Gegenleistung zu fordern.

Fruchtbares Apostolat muß eingordnet sein in die Sendung der Kirche: mit dem örtlichen Prior abgesprochen ! Und zwar um so mehr, je direkter einzelne Seelen berührt werden, und umgekehrt. Schriftstellerisch oder gar politisch tätige Laien können zwar ihren Beichtvater um Rat bitten, aber sie sind viel mehr in ihrer eigenen Domäne, als z.B. bei einem Büchertisch, wo direkte Seelsorge geschieht … und Passanten ja auch abgeschreckt werden können !

Nach P. Schmidberger (und Paulus !) haben wir alle unser eigenes Charisma, nicht jeder kann (und soll) alles tun, z.B. Argumentieren oder im Choral Singen – und dabei kann der Priester unterscheiden helfen.

Weiterhin: Keine falschen Erfolgserwartung ! Die Menschen sind so weit weg, daß es normalerweise Monate bis Jahre braucht, bis ein Mensch zu Gott findet. Es braucht viel, geduldige und liebevolle Einwirkung. Die Bruderschaft hat eigens ein Flugblatt mit den Grundwahrheiten und -gebeten der katholischen Religion gedruckt (s.u.)

Oft säen wir nur, ernten werden andere. Unerläßlich sind Demut und Selbstlosigkeit. Selbst wenn wir alles getan haben, sind wir sind nur unnütze Knechte, sagt der Herr.

Freundschaftliche Beziehungen z.B. zu Journalisten können gelegentlich Türen öffnen – echte, keine offenbaren „Zweckfreundschaften“.

Apostalat ist die Zusammenarbeit zwischen der göttlichen Gnade mit der menschlichen Freiheit; es ist ein großes Glaubensgeheimnis und eine furchtbare Verantwortung, dass Gott das ewige Heil anderer Menschen an menschliche Evangelisierung geknüpft hat. Werden wir dem gerecht – so gut wir es vermögen.

Dr. Wolfgang B. Lindemann

P. Schmidberger gibt den Tischsegen zum Kaffeetrinken

Fröhliche Kaffeerunde, im Vordergrund rechts Pater Bruno Steiner

Das besagte Flugblatt (Vor- und Rückseite): Die Grundwahrheiten der katholischen Religion als Flyer: das Credo, die Gebote, die Sakramente und die Grundgebete kurz vorgestellt

P. Schmidberger beim Vortrag

Die Gläubigen lauschen aufmerksam

Der Höhepunkt des Tages: die Messe im wahren römischen Ritus

Das Priorat Stuttgart … und der eine der beiden „Stummen Verkäufer“ (roter Pfeil)

Der besagte „Stumme Verkäufer“ in Nahaufnahnahme (der „Verkauf“ ist gratis). In ihm befinden sich frühere Nummern des Mitteilungsblattes und der Kirchlichen Umschau

Der andere „Stumme Verkäufer im Priorat. Beide sind „Chefsache“ – P. Schmidberger kümmert sich persönlich um sie !

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