Rocéphine injectable (Cef- triaxone) - vor allem dabei für den einzigen Notfall der Infektiologie, der augen- blickliche Behandlung ver- langt: die Purpura fulminans (selbst eine Sepsis kann 2 Stunden bis zu Spital und Blutabnahme warten).

Ein Fläschchen Voltarène émulgel (diclofénac), gestiftet von der pharmazeutischen Industrie - sehr nützlich, da ich viele Patienten mit Prellungen und Hämatomen sehe.
Allerdings habe ich mir immer noch kein Urteil gebildet, wieviel die Lokalanwendung eines NSA wirklich nützt. Kommt es überhaupt am Ort an, d.h. penetriert es tief genug?

Die Medikamentenbox - eine Reihe wichtiger Medikamente habe ich hier immer bei mir: Das Antihistaminikum Kestin, das Dihydropyridin Loxen, Aspirin, Primpéran- Zäpfchen gegen Erbrechen, Kalium (DIFFU-K) und noch ein paar andere, das ändert sich schon mal von Woche zu Woche.

Außerdem lagere ich hier einige Urinbeutel für Kleinstkinder.

Hierin befinden sich meine restlichen injizierbaren Medikamente, vor allem für Notfälle gedacht: Adrénaline, Amiodarone, Aspirine, Atropine,  Célestène ((bétaméthasone) Glucose 30%, Haldol, Lasilix (furosémide), Morphine, Narcan (naloxone), Nozinan (lévomépromazine), Profénid ((kétoprofène), Serum phy, Valium, Vogalène (métopimazine).

Beim Status epilepticus des Kindes: Valium intrarectal - aus Deutschland importiert, da diese Form in F nicht verfügbar ist (den Tip habe ich von elsässischen Kollegen)

Eine Tube Biafine - eine Art Universalsalbe; wobei sie gerade deswegen meist nicht richtig verwendet wird: die meisten französischen Kollegen, meinen, Biafine sei bei Urtikaria Sonnenbrand indiziert. Das ist zwar nicht gerade ein Kunstfehler, aber in diesem Falle gebe ich zuerst ein Antihistaminikum in Gelform, z.B. Apaisyl (rechts). Biafine ist vom Hersteller gedacht zur Wundversorgung: aufgetragen auf die Wunde, bevor- zugt in der proliferativen Phase und namentlich bei p.s. Heilung schafft sie unter der Kompresse ein günstiges feuchtes Mikromilieu (die Kompresse ist mit physiolo- gischer Kochsalzlösung anzufeuchten).
Bei der Erstversorgung, auch bei p.p. Heilung, und in der Exsudationsphase gebe ich grundsätzlich eine Schicht Bétadine gel (unten, ein Antiseptikum auf Iodbasis), das ich  täglich erneuern lasse, bis ab dem 4. Tag Biafine zum Zuge kommt.

Li oben: Ventoline (sal- butamole), daneben ein inhalierbares Corticoid.
Li unten: deutsche No- valgin Tropfen (gibt es hier nicht) für hartnäk- kiges Fieber. Daneben: Natispray (Nitrat)

Vereisungsspray für Prellungen Hämatome etc.
 

Obere Tube:
Deutsche Arnika-Salbe, gebe ich bei Erstversor- gung von Hämatomen

Eine Sprühflasche Aturgyl - ein Alpha- Sympathomime- tikum (oxymétazoline). Es ist weniger gedacht als Akuthilfe bei fürchterlichem Schnupfen, sondern für unstillbares Nasenbluten.

Wund- und Kontusionsversorgung muß ich recht oft betreiben; nachfolgend mein “Standardrezept” bei einer unkomplizierten Wunde:

BÉTADINE gel 1 */ j pdt 3j
BIAFINE émulsion 1*/j à partir du 4e j pdt 7j en couche épaisse
Sérum phy à mettre sur la compresse à partir du 4e j
                                                                      pdt 7j

COMPRESSES STÈRILES 10*10 1 boîte à 10
SPARADRAP 1 rouleau

Wenn nötig, impfe ich gegen Tetanus, und wenn die Wunde es erfordet, gebe ich 5- 10 Tage antibiotische Abschirmung mit Amoxicilline1000 1-0-1

... und dazu noch den warmen Ratschlag, wiederzu- kommen, wenn die Wunde rot, warm oder schmerzhaft wird.
Die Abkürzungen bdeuten: j = jour  pdt = pendant Amxocilline1000 1-0-1 = 1g *2/die

Eine Packung mit 2 Fertigspritzen Innohep (tinzaparine, ein fraktioniertes Heparin) in kurativer Dosis. Ich habe es ganz gerne, wenn ich eine Thrombose schon vor Übersendung ins Spital oder zum Angiologen behan- deln kann (abhängig vom Kontext lasse ich manchmal auch eine Doppleruntersuchung erst ambulant machen). Und bei Fällen erhöhter Thrombosegefahr kann ich die Prävention sofort beginnen (dann injiziere ich nur einen Teil der Spritze).
Übrigens muss nicht jede Thrombose ins Krankenhaus und  Innohep hat gegenüber dem Konkurrenzpräparat Lovenox (enoxaparine) den großen Vorteil der nur ein- mal täglichen Gabe. Gegebenenfalls kommt dann eine Krankenschwester zur Injektion und Blutabnahme und ich regelmäßig zur Überwachung.

Normacol enfant - ein wirksamer osmotischer Einlauf auf Polysaccharidbasis, sehr beliebt hierzulande, das Zeug gibt es auch als sachets zum Trinken mit Wasser (wirkt aber nicht so schnell und interessiert mich also im Notdienst nicht). Ich habe die pädiatrische Version dabei, da sich so manches “akutes Abdomen” des Klein- oder Schulkindes als harmlose Verstopfung auflösen lässt. Oder eine rektumnahe Invagination/ Volvulus reponiert sich.
Ich bin gezwungen, es in einer weiteren Plastiktüte zu lagern, da es leider leckt ... der Deckel ist nicht ganz dicht. Bitte gehen Sie nicht an die Decke von wegen Asepsis - es ist völlig sinnlos, in den ENDDARM nur sterile Produkte einbringen zu wollen. Mein Rektoskop ist auch nicht steril, sondern nur sauber.

Das kleine Plastikdöschen rechts -Höhe etwa 2 cm- habe ich dabei als Lagerstätte für entnommenes und zum Labor zu sendendes Gewebe. Es kann schon mal vorkommen, dass ich irgend- etwas biopsieren oder in kleiner ambu- lanter OP entfernen muss.

Carbo coffea nach Dr. Heisler,  bekannt durch sein Buch “Dennoch Landarzt”, das ich  sehr empfehle. Auch “Carbo Königsfeld” genannt, nach dem Höhenkurort Königsfeld im südlichen Schwarzwald, bekannt auch durch die Niederlassung der Herrenhuter Brüdergemeinde. Und durch das Wohnhaus von Albert Schweitzer, der mit Dr. Heisler gut befreundet war. Verwendbar ist die Kaffekohle u.a. bei allen Arten von Darmkrankheiten ... namentlich Durchfall. So kann ich einem sehr geplagten Patienten rasch Erleichterung verschaffen.

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