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Studium Integrale Journal 8 (2001), p. 40-41 (April 2001)
Symbiosen zwischen Pilzen und höheren Pflanzen sind weit verbreitet, sei es als Mykorrhizen, sei es als Flechten oder Endophyten. Mykorrhizen helfen der Pflanze bei der Erschließung von Mineralstoffen und Wasser aus dem Boden und erleichtern damit ihr Überleben.
Die ökologischen Bedingungen nach katastrophalen Ereignissen sowie die auf der postulierten „frühen“ Erdoberfläche sind bzw. waren durch Extreme gekennzeichnet wie das Fehlen einer wachstumsbegünstigenden Humusschicht, schattenlose Sonneneinstrahlung und Wassermangel. Symbiosen mit Pilzen können Pflanzen zum Überleben helfen. In Analogie zur „biogenetischen Grundregel“ wurde vorgeschlagen, daß „die Ökologie die Phylogenie rekapituliert“. Der bisher älteste gesicherte Fund von Pilzen stammt aus der berühmten paläobotanischen Fundstätte in Rhynie, Aberdeenshire, Schottland aus dem Unteren Devon vor 400 Millionen Jahren herkömmlicher Datierung, einige Pilze wurden auch in Assoziation mit Pflanzen gefunden. Ein unsicherer Fund wurde im Silur gemacht. (Blackwell 2000, BINDER 1999).
Kürzlich in der Guttenberg-Formation (Ordovizium) in Wisconsin/USA entdeckte Fossilien (Redecker 2000), die nach herkömmlicher Datierung zwischen 460 und 455 Millionen Jahre alt sind, zeigen Strukturen, die morphologisch als mit einander verwundene Hyphen und Sporen interpretiert werden. Die Hyphen haben 3-5 m Durchmesser und tragen kugelförmige endständige Sporen von 40 bis 95 m Durchmesser. Jede sichtbare Spore sitzt genau einer Hyphe auf. Hinsichtlich Form, Größe und Verbindung mit den Hyphen ähneln die Sporen denen rezenter Pilze aus der Gruppe Glomus, deren bisher älteste bekannte Vertreter aus der Rhynie-Fundstätte stammen, aber Berechnungen mit „molekularen Uhren“ datieren ihren Ursprung vor 600 Millionen Jahre . Alle rezenten Glomuspilze bilden Mykorrhizen. Aus dem Ordovizium sind fossil Pflanzengruppen wie Leberblümchen bekannt, deren rezente Vertreter Mykorrhizen bzw. andere Pilz-Pflanze-Symbiosen bilden können, es liegt also nahe zu schließen, daß bereits im Ordovizium Pilz-Pflanze-Symbiosen existierten (Gefäßpflanzen, die nahezu immer Mykorrhizen bilden, treten erst später auf): Bereits zu Beginn der Besiedelung des Festlandes traten demnach symbiontisch interagierende Organismen auf – ein Befund, der wenig zu der postulierten „Primitivität“ früher Ökosysteme paßt aber gut zu der schöpfungstheoretischen Annahme, daß die „Phylogenie“ nichts anderes als eine Form ökologischer Sukzession ist.
BINDER H (1999) Schlauchpilze – umfangreiches Fossilmaterial aus dem Unteren Devon, Stud. Int. J. 6, 94-95
Blackwell M (2000) Terrestrial life- fungal from the start ?. Science 289, 1884-1885
Redecker D, Koder R, Graham LE (2000) Glomalean fungi from the ordovician. Science 289, 1920-1921
C) Homepage von Wolfgang Lindemann
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