SOS Leben 5

Eine der Früchte der Zusammenarbeit mit meinen Freunden von der DVCK (mehr: hier) und deren deutschen und französischen Schwesterorganisationen ist der folgende Artikel im Mitteilungsblatt von “SOS Leben” Nr. 2 vom November 2004 auf Seite 5:
Dazu noch ein Leserbrief auf Seite 4 - es ist nur der Leserbrief, aber nicht der Artikel mit meinem Namen gezeichnet. Herr Hofschulte, der Leiter von “SOS- Leben”, hält das für günstiger.

Nachfolgend der Volltext des Artikels (wichtig vor allem: die fehlende Anmerkung 2 ! Der Druckfehlerteufel ...)

Du sollst nicht töten. Non occides.

Exodus 20, 13 und Deuteronomium 5, 17

Die Juden sind am Berge Sinai angekommen. Ihr Führer, der Prophet Moses, überbringt ihnen die Botschaft Gottes für sie: Wenn ihr Mein Volk sein wollt, haltet Mein Gesetz ein, das Ich euch heute gebe, und es wird euch gutgehen ... Zu dieser Stelle des Gesetzes erklärt ein katholischer Bibelkommentar „Verboten sind der körperliche und moralische Mord und der Selbstmord“1.

„Kein anderer Ort auf der Welt war geeigneter zur Einsetzung der mosaischen Religion als der Berg Sinai. Diese Bergkette von schwindelnder Höhe, mit ihren erschütternden Gipfeln und Felsgraten. Das tiefe Schweigen der Einsamkeit, die engen Schluchten, zwischen den Felswänden, alles lädt zur Anbetung des Ewigen ein. Wie mußte dieses Volk, das so leicht beeindruckbar und so zugänglich für religiöse Gefühle war, von einem heiligen Schrecken ... erfaßt werden !“ (Schenkel2).

Auf diesem Berge ist viel später die Bundeslade durch den Propheten Jeremias versteckt worden (2 Makk2, 4-7).

Unser Herr Jesus Christus wiederholt dieselben Worte „Ihr habt gehört, daß gesagt wurde zu den Alten : ‘Du sollst nicht töten !’ Wer tötet wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein.Wer zu seinem Bruder sagt ’Du Tor !’ wird dem Hohen Rat verfallen sein; wer sagt ’Du Narr’ wird der Feuerhölle verfallen sein.“ (Mt 5, 21f). Er geht weit über das Gesetz des Mose hinaus und wird bald darauf vor den Augen seiner drei engsten Vertrauten auf dem Thabor durch eben diesen Moses als Autorität anerkannt.

1 Kommentar aus „La Sainte Bible selon la Vulgate“, Traduction par l’abbé J.-B. Glaire, annotée par le R.P. Eusèbe Tintori O.F.M., Mit einem Vorwort von Card. Suhard, Paris 1947, Neuauflage 1992 Éditions D.F.T, p. 109

2 zitiert nach: La Sainte Bible selon la Vulgate, traduite en français, avec des notes par l’abbé J.-B. Glaire, 1902, Neuauflage 2002 Éditions D.F.T, Appendice, Note 10, p. 3042f

Weitere Artikel zum Lebensrecht in der Bibel: hier, hier und hier.

Der Leserbrief hat auch ein bißchen gelitten ... darum hier noch einmal der Volltext, den ich ursprünglich eingesandt habe:

“ ... Leserbrief zu einer Stelle im letzten SOS-Leben Infoblatt vom Juli 2004 zu schreiben.

Auf Seite 5 3. Spalte 2. Absatz steht zu lesen: "Noch weit umstrittener sind die in den USA gar nicht mehr so ungewöhnlichen "designer- Babys": Dabei wählen die Ärzte nach einer künstlichen Befruchtung einen Embryo mit bestimmten Merkmalen aus. Manche Eltern, deren erstes Kind todkrank ist, sehen darin den einzigen Weg, dessen Leben zu retten. Das "selektierte" Geschwichterchen soll zum Beispiel geeignete Stammzellen aus der Nabelschnur für eine Transplantation spenden. Kritiker sprechen von "menschlichen Ersatzteil-Lagern", von "Kannibalismus". Die Eltern fragen zurück, ob die Kritiker auch so hart urteilen würden, wenn es um das Leben ihres eigenen Kindes gehen würde."

Dazu möchte ich folgendes anmerken: Ohne auf die geschilderte Problematik an sich eingehen zu wollen (Zeugung eines weiteren Kindes alleine (?) zwecks Therapie eines bereits geborenen), kann ich nicht erkennen, inwieweit die Entnahme von Stammzellen aus Nabelschnurblut ethisch verwerflich bzw. gar mit "Kannibalismus" gleichzusetzen sei. Es handelt sich hierbei um ein ethisch einwandfreies therapeutisches Verfahren der Entnahme von adulten Stammzellen (das Wort "adult" in diesem Zusammenhang bezieht sich auf den Differenzierungsgrad und Zellalter der entnommenen Zellen und nicht auf das Alter des Organismus, dem die Zellen entnommen werden. Man kann bereits Feten adulte Zellen entnehmen). Näheres dazu in meinem Artikel "Stammzellforschung – Fluch oder Segen ?", Der Fels 2/2002, p. 48-50 (Februar 2002), der auf meiner Homepage unter "Aktuell" => Veröffentlichungen hier einsehbar ist (und den Sie selber im Infoblatt von SOS-Leben vom Mai 2002 abgedruckt haben).

Als einziges Gegenargument gegen diesen behaupteten "Kannibalismus" bringt der Artikel eine platte utilitaristische Überlegung, und suggeriert damit, man dürfe keine Zellen aus Nabelschnurblut entnehmen.

So bringt man nur normal und katholisch empfindende Menschen gegen sich auf und schadet letztlich dem Anliegen von SOS- Leben.

C) Homepage von Wolfgang Lindemann aus Hamburg

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