Katholizität der Naturwissenschaft

Wolfgang B. Lindemann, „Katholizität“ moderner Naturwissenschaft – ein Modell für die Theologie ?, Theologisches, Jahrgang 30, Nr. 11/12, p. 489-498 (November/ Dezember 2000)

 

Die scholastische Wissenschaftsdefinition und -hierachisierung, welche der Theologie und ihrer ancilla der Philosophie aufgrund ihres Gegenstandes den Vorrang vor den Wissenschaften profanen Inhaltes einräumt, geht implizit von einer Analogie zwischen Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft und Theologie aus. Diese Analogie drückt sich aus beispielsweise in Verwendung der gleichen formalen aristotelischen Logik (z.B. die Verwendung des Satzes vom "ausgeschlossenen Dritten": eine Aussage ist entweder wahr oder falsch),  vergleichbarer Mittel (Datensammlung, Diskussion) und vergleichbarer Ziele (Approximation der Wahrheit). Mit der Säkularisierung und dem Zerfall der abendländisch-christkatholischen Kulturgemeinschaft seit der Reformation sind in unserer aktuellen Gesellschaft nur noch Reste dieser Hierarchisierung faßbar1, es bleiben jedoch für den Katholiken die Gründe, welche die Hochscholastik zu dieser Einteilung bewegten, bestehen, zumal es keine anderslautenden kirchlichen Lehrentscheidungen aus neuerer Zeit gibt2. Es soll daher in diesem Artikel in knapper Form erörtert werden, inwieweit aus dieser Analogie für die Theologie relevante Einsichten und Handlungsanweisungen abgeleitet werden können. Zusätzliche Motivation ist die Tatsache, daß unumstritten einzelne theologische Disziplinen einzelne Erkenntnisse verwandter profaner Fachgebiete verwenden können, so die Exegese solche der Philologie, Dogmatik und Moral solche der Philosophie. Besonders relevant ist dies für pastoraltheologische Disziplinen, die per definitionem sich aus Theologie und "Realien" speisen: Mission und Evangelisation können Erkenntnisse aus Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verwenden, Pfarrpastoral psychologische Fakten, Aszetik verhaltensphysiologische Erkenntnisse u.a.m.

Als tertium comparationis zwischen Naturwissenschaft und Theologie stellt sich nach Ansicht des Autors der Begriff der Funktionalität dar. Funktionalität im Bereich der Naturwissenschaft kann als das Bestehen von Methoden und Strukturen definiert werden, die bei einem Minimum eingesetzter Mittel ein Maximum korrekter, das heißt sachlich richtiger, Forschungsergebnisse liefern. Ein Forschungsergebnis gilt als vorläufig "sachlich richtig", bis es durch andere Ergebnisse vervollständigt oder widerlegt ist, es ist somit eine relative Kontrolle der Qualität von Forschung möglich.

Im Bereich der katholischen Religion ist Funktionalität als das Bestehen von Methoden und Strukturen zu verstehen, welche objektiv optimal die Verherrlichung Gottes und subjektbezogen optimal die Heiligkeit des Einzelnen bewirken3. Die Beurteilung, welche Mittel in diesem Sinne funktional sind, ist weniger leicht möglich als in der Naturwissenschaft, da aufgrund unserer begrenzten menschlichen Erkenntnis ein objektiv zutreffendes Urteil über die beste Art, Gott zu verherrlichen, schwierig ist, und zugleich die genaue Beurteilung der Heiligkeit einer bestimmten Person prinzipiell unmöglich ist, da dies Informationen verlangt, die nur Gott zugänglich sind. Neben dem so beschriebenen sachlichen Irrtum haben im Bereich der Religion noch Fehler anderer Art ein erheblich größeres Gewicht als in der Naturwissenschaft: bedingt durch unsere erbsündlich verletzte Menschennatur, unser Leben in der gefallenen Welt und den Einfluß des Satans haben Menschen die Tendenz, irrige Meinungen über die Verherrlichung Gottes und Wesen der Heiligkeit zu entwickeln4.

Dennoch lassen sich, wie die Praxis der katholischen Theologie oder der Kanonisationsprozesse zeigen, zumindest manchmal näherungsweise Aussagen treffen. Es sollen nun im folgenden einzelne Charakteristika moderner Naturwissenschaft beschrieben und ihre analoge Übertragung auf die Theologie erörtert werden5: die gemeinsamen Sprache, die Ethik-Kommissionen und das Peer-Review6.

Nachdem jahrhundertelang das Lateinische die Gelehrtensprache war, trat mit der Neuzeit eine"Emanzipation" der Landessprachen auf. Sie wurde damals aufgrund einer auf diese Weise erreichten leichteren Zugänglichkeit wissenschaftlicher Ergebnisse für breitere Bevölkerungskreise und aufgrund der besseren sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten einer lebenden Sprache  (Neologismen für neue technische Entwicklungen !) positiv begrüßt. Etwa in der Zeit zwischen 1800 und 1950 gab es keine einheitliche Gelehrtensprache. Die Fülle von Fachpublikationen wurde in landessprachlichen Zeitschriften veröffentlicht, die meist nur einen geringen Verbreitungsgrad besaßen. Mit dem weiteren Ausbau und der zunehmenden Wichtigkeit wissenschaftlicher Forschung stellte sich dieser Zustand aus verschiedenen Gründen als unbefriedigend heraus:

Der wissenschaftliche Austausch wurde sehr gehemmt. Fachgelehrte waren entweder genötigt, mehrere der Kultursprachen Französisch, Deutsch, Englisch, Russisch und Spanisch zu beherrschen7, oder sahen sich der quasi- Unmöglichkeit gegenüber, sich über Fortschritte auf ihrem Fachgebiet auf dem Laufenden zu halten. Zeit-und ressourcenraubende Doppelarbeiten waren die Folge8, in vielen Fällen wurde der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt gehemmt, da einzelne Forschungsergebnisse, die in der Zusammenschau neue Einsichten ermöglicht hätten, nicht allgemein bekannt waren9. Ebenso wie der schriftliche waren der mündliche Austausch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg gehemmt. Internationale Kongresse konnten a priori nur von einer ganz kleinen Gruppe hervorragend ausgebildeter, aus dem gehobenen Bürgertum oder dem Adel stammender Privatgelehrter mit profunden Fremdsprachenkenntnissen besucht werden - vielen hochbegabten weniger Bemittelten war der Weg in die Forschung praktisch nahezu verwehrt.

Diese Schattenseiten der Emanzipation der Landessprachen wurden in der Naturwissenschaft durchaus gesehen und waren mit ein Grund, daß sich das Lateinische solange als eine Fachsprache unter mehreren halten konnte. Noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhundertes konnte der Wiener Pastoraltheologe Niedermeyer eine Rennaissance des Lateinischen als Gelehrtensprache fordern10. Die historische Entwicklung hat den Gründen, die Niedermeyer für eine einheitliche Gelehrtensprache forderte, voll recht gegeben, freilich wurde nicht das Latein, sondern Englisch in den folgenden Jahrzehnten zu der internationalen Weltsprache, wie es das Lateinische in Mittelalter und früher Neuzeit und das Griechische in seiner internationalisierten Form der "koinhKoine während der Antike gewesen war.

Die gemeinsame Fachsprache ermöglicht immense synergistische Effekte, die trotz einer zahlenmäßig immens angewachsenen Scientific Community aufgrund der hohen Spezialisierung auf vielen kleinen Arbeitsgebieten, die manchmal weltweit nur einige hundert oder tausend Experten beschäftigen, eine der wesentlichen Voraussetzungen für moderne Naturwissenschaft ist. Fachleute können über den ganzen Globus hinweg kommunizieren und kollaborieren. Ein einzelnes Land kann nicht genug Manpower aufbringen, um in jedem oder auch nur den meisten Spezialgebieten das Minimum an Fachleuten beschäftigen zu können, das oft für echten Fortschritt nötig ist. Viele Länder gemeinsam können es - aber dafür ist die gemeinsame Sprache nahezu essentiell. Lokal günstige Möglichkeiten (Forschungsgelder, Rechtslage, lokale Ressourcen) können so weltweit nutzbar gemacht werden. Heute werden auch in Deutschland etwa an der internationalen Universität Bremen ganze Studiengänge auf Englisch angeboten.

Da auch die katholische Theologie per definitionem eine internationale Wissenschaft ist, sind all diese angeführten Gründe direkt als Argumente für eine einheitliche Sprache auch in der Theologie übernehmbar. Es ist wichtig festzuhalten, daß die Frage der einheitliche Fachsprache und der einheitlichen Kultsprache per se unabhängig voneinander sind, auch wenn, wie gleich zu zeigen sein wird, komplexe Wechselwirkungen bestehen mit der Folge, daß Vertreter einer einheitlichen theologischen Fachsprache, deren es derzeit nicht viele zu geben scheint, zumeist gleichzeitig eine einheitliche Kultsprache favorisieren - und umgekehrt11.

Die entscheidende Verbindung zwischen der Frage der einheitlichen theologische Fachsprache und der liturgischen Kultsprache zeigt sich bei der Untersuchung der Frage, welche Sprache gewählt werden sollte. Als universale Kultsprache kommt offenbar nur das Lateinische in Frage, außer im Bereich der unierten Ostkirchen. Für das Lateinische als Fachsprache der Theologie sprechen folgende Gründe:

-jeder forschende Theologe muß Latein beherrschen, da schätzungsweise 95% der Quellen auf Latein sind.

-das Vatikanum II. forderte ausdrücklich den Primat des Latein als Kultsprache und autorisierte lediglich die gelegentliche Verwendung der Landessprachen12. Dies erzwingt ebenfalls die Erlernung des Lateinischen.

-eine Reihe allgemeinbildender und allgemeinkirchlicher Überlegungen (Wert der Schulung des Denkens durch das Latein, sein linguistischer und literarischer Reichtum, Latein als allgemeine, unveränderliche und ehrwürdige Sprache ist angemessen für die katholische Kirche13), die aber im Rahmen dieses den formalen Analogien zwischen Naturwissenschaft und Theologie gewidmetem Artikel nicht weiter behandelt werden sollen: Englisch ist auch nicht Sprache der Naturwissenschaft, weil so es reich an Idiomen oder weil Shakespeare so bedeutend ist, sondern weil es die leicht erlernbare Sprache der dominierenden Nation des Planeten ist.

Auf dem Hintergrund 2000-jähriger Praxis kann der heutige Zustand der praktischen Abschaffung14, ja sogar des Verbotes des Latein (ist doch auf einem "Katholikentag" eher eine Messe in Esperanto als in Latein möglich !)  nur als eine Degeneration und damit, da Gott Seine Kirche immer wieder aus Krisen herausführt, a priori als temporär klassifiziert werden (für die nach Erachtens des Autors tieferen Gründe dieses Zustandes vide infra).

Das Latein, namentlich in seiner klassischen ciceronischen Form, bietet eine Reihe von Schwierigkeiten, die sich seiner Verwendung als Fachsprache einer modernen Wissenschaft entgegenstellen. Namentlich der gegenüber modernen Sprachen begrenzte Wortschatz und die hohe grammatikalische Komplexizität erschweren sowohl Aneignung als auch Verwendung des Latein. Daher ist zumindest zu diskutieren, ob nicht eine moderne Sprache an seine Stelle für den internationalen theologischen Austausch treten könnte. Dabei sollte wegen der sprachlichen Verwandtschaft zum ohnehin von jedem Theologen zu erlernenden Latein eine romanische Sprache (Italienisch, Spanisch, Französisch) verwendet werden. Das Italienische scheidet wegen seiner geringen Verbreitung aus. Französisch ist wahrscheinlich international etwas weiter verbreitet als Spanisch. Zusätzlich sprechen für das Französische die Existenz und Praxis der "Académie française", welche die ausdrückliche Aufgabe hat, die französische Sprache von fremdsprachlichen Neologismen rein zu halten15. Insbesondere englische Fachbegriffe werden französisch übersetzt - einem durchschnittlichen Franzosen sind so elementare Begriffe wie "Computer" oder "NATO" nur in ihren französischen Entsprechungen "ordinateur" und "OTAN" bekannt. Theologisch spricht für das Französische, daß Frankreich von den Päpsten wie dem Hl. Pie X in seiner Enzyklika « Une fois encore » vom 6. 1. 1907 als die älteste Tochter der Kirche bezeichnet wurde, da Frankreich das Land sei, das die meisten Missionare ausgesandt und die meisten Heiligen hervorgebracht habe. In der Gegenwart ist Frankreich nach Einschätzung des Autors das neben den skandinavischen Ländern und den Gebieten der früheren sowjetischen Besatzungszone Deutschlands wohl am meisten säkularisierte und mit Sicherheit das christentumsfeindlichste Land Europas mit dem häretischsten Episkopat und Klerus, aber zugleich das Land, in dem die katholische Tradition am stärksten ist17.  Die Verwendung des Französischen als Fachsprache würde diesen theologischen Überlegungen entsprechen. In der Tat wurde der neue Weltkatechismus in einer französischen Editio princeps publiziert.

In jedem Falle sollte aus Gründen der Praktikabilität als linguistischer Maßstab für den fachtheologischen Ausstausch nicht das klassische Latein Ciceros verwendet werden, welches noch heute für die römische Kurie maßgeblich ist, sondern ein Latein, das nicht alle seine grammatischen und syntaktischen Möglichkeiten ausschöpft und auch keine übergroße Scheu vor gelegentlicher sprachlicher Unvollkommenheit namentlich in Satzstellung und Wortwahl hat. Ein Lateinunterricht, der solchen praktischen Bedürfnissen genügen soll, kann sich jedenfalls nicht mit der unnatürlichen Beschränkung auf die Übersetzung aus dem Latein in die Landessprache begnügen (und dies auch noch in krassem Gegensatz zur Methodik lebender Sprachen in mühsamer Wort- für- Wort Translation !), sondern muß auch elementare Fähigkeiten des aktiven Ausdrückens lehren18. Für fachliche Texte genügen glücklicherweise einfache Prosa-Aussagesätze. Ein wesentliches Problem ist das Vokabular. Ein unter der Ägide der Kongregation für das katholische Bildungswesen bestehendes Sprachinstitut19 befaßt sich damit, für modernes Vokabular lateinische Neologismen zu bilden. Solche Bestrebungen sind zu fördern. Allerdings ist ein solches Institut immer relativ schwerfällig, nicht nur hinsichtlich der Geschwindigkeit der Wortneubildung sondern auch der Verbreitung seiner Ergebnisse über Wörterbücher etc. (auch wenn das Internet faszinierende Möglichkeiten gibt, die Trägheit von Printmedien zu umgehen20). Es sollte daher ein einfaches Regelwerk aufgestellt werden, mittels dessen jeder publizierende Theologe selber aus einer lebenden Sprache -aus den genannten Gründen bietet sich das Französische an- latinisierte Neologismen bilden kann, z.B. "ordinateur" könnte zu "ordinatorius" werden etc. So wäre die Möglichkeit, jeden Inhalt auf lateinisch zumindest ausdrücken zu können, voll gegeben. Die beiden Systeme -echte und latinisierte Neubildungen- könnten nebeneinander bestehen, was im übrigen ein Zeichen echter Lebendigkeit der Sprache wäre. Wenn es den Kindern des Volkes, das ehedem das auserwählte war21, gelungen ist, das Hebräische zu einer modernen Sprache zu erheben, wievielmehr sollte dies dem Volke Gottes möglich sein !

Einer einheitlichen Fachsprache der Theologie stehen aufgrund der schon erwähnten Neigung der menschlichen Natur zur Sünde, der gefallenen Welt und dem Einfluß des Satans Hindernisse entgegen: von häretischer Seite wird bewußt die Aufspaltung der katholischen Kirche in "Teilkirchen" betrieben, in denen die eine katholische Religion wesentlich besser -und nicht mehr unter dem Widerstand des Vatikans- aufgelöst und zerstört werden kann22. Dies ist besonders relevant in einer Zeit, in der die römische Leitung "konservativer" ist als Teile der "Peripherie" (andernfalls verkehrt sich dies ins Gegenteil). Generell ist die Abkoppelung von der zeitlich und räumlich katholischen Ökumene eine der wichtigsten soziologischen Voraussetzungen, um häretische und schismatische kirchliche Gemeinschaften zu bilden - die schismatischen Ostkirchen sind ein klassisches Beispiel .

Praktisch erschwerend dürften weiterhin das oft mäßige intellektuelle Niveau der Seminaristen und des Pfarrklerus wirken sowie ihre geringe Kenntnis des und Neigung zum Lateinischen. Es soll hier darauf hingewiesen werden, daß das Latein vorzusehen ist als theologische Fachsprache, nicht als allgemeine Unterrichtssprache23. In der Naturwissenschaft beispielsweise gibt es zwei Kategorien von Fachzeitschriften, die sich hinsichtlich ihres Zieles unterscheiden: die erste Kategorie intendiert primär die Fortbildung nicht-forschender praktisch tätiger Naturwissenschaftler und ist in der Landessprache abgefaßt, auch wenn die Artikel oft eine englische Zusammenfassung enthalten24 , die andere Kategorie dient primär dem Austausch von Forschungsergebnissen und ist auf Englisch25. Eine analoge Aufteilung bietet sich in der Theologie an. Auch wirtschaftliche Gesichtspunkte sprechen dafür: der Markt für Fachzeitschriften ist so klein, daß eine internationale Verbreitung essentiell ist, um das erforderliche Minimum an Abonnenten zu erhalten. Eine lateinische theologische Fachzeitschrift für Dogmatik, für Moral, für Apologetik oder für Pastoraltheologie könnte eine echte internationale Kommunikation ermöglichen mit all den genannten synergistischen Effekten, lokale Häresien im Ansatz verunmöglichen und unendlich viel Gutes bewirken, während Zeitschriften für die Fortbildung der Pfarrer in der Landessprache abgefaßt wären (wünschenswerter Weise mit lateinischen Zusammenfassungen der Artikel, um auch hier eine gewisse Internationalität zu ermöglichen26). Im Bereich der Naturwissenschaft hat sich im letzten Jahrzehnt die Praxis herausgebildet, in besonders schnell fortschreitenden Fächern wie im Bereich der Molekularbiologie an deutschen Universitäten Vorlesungen auf Englisch zu halten. Darüber hinaus existieren an fünf deutschen Universitäten komplette biologische Studiengänge auf Englisch27. Analog dazu sollten an einzelnen, im Unterrichtsniveau besonders hochstehenden Universitäten oder Priesterseminarien, namentlich in Rom und zumindest in einem Seminar im Bereich jeder Bischofskonferenz, einzelne oder die meisten theologischen Vorlesungen auf Latein gegeben werden, um einen zu internationaler Sichtweise und Kommunikation befähigten Klerus heranzuziehen.

Neben der Sprache soll das System der Ethik-Kommisionen und, damit verwandt, des Peer-Review vorgestellt und in seiner Übertragbarkeit auf die Theologie untersucht werden.

Naturwissenschaftliche Forschung namentlich im Bereich der Medizin erfordert oft ethische Abwägungen zwischen Nutzen-Risiko eines bestimmten Experimentes. Eine klassische Fragestellung ist, ob eine neue Therapie mit unsicherer, aber vermuteter besserer Wirksamkeit an einer Patientengruppe erprobt werden soll. Damit eine klare Aussage über die Wirksamkeit der neuen Therapie gegenüber der Standardtherapie getroffen werden kann, wird der Patientengruppe die erwiesenermaßen wirksame Standardtherapie vorenthalten. Eine Kontrollgruppe wird mit der herkömmlichen, wahrscheinlich gegenüber der neuen Therapie schlechteren Standardtherapie behandelt. Solche Versuche sind im allgemeinen einer lokalen Ethik-Kommission zur Genehmigung zu unterbreiten, die aus Naturwissenschaftlern und meist auch Nicht-Naturwissenschaftlern (Vertretern von Patientenorganisationen, oft Theologen) besteht und welche anhand allgemein bekannter, objektiver Kriterien eine konkrete Studie genehmigt, Auflagen verhängt oder untersagt. (Solche Ethik-Kommissionen stehen meist nicht auf dem Boden der katholischen Religion, sondern praktizieren einen reinen Utilitarismus. Oft versagen sie ethisch völlig28, was aber hier nicht erörtert werden soll). Relevant ist hier, daß anhand ethischer Kriterien naturwissenschaftliche Arbeit beurteilt wird. Die Kriterien sind allgemein bekannt, damit die Forschungsprojekte von vorneherein an ihnen ausgerichtet werden können und eine Ablehnung durch die Ethik-Kommission Ausnahme bleiben kann.

Für die Publikation in Fachzeitschriften oder die Erlangung von Fördermitteln hat sich in den letzten Jahrzehnten das System des Peer-Review herausgebildet: Eine zur Veröffentlichung bestimmte Fachpublikation oder ein Antrag auf Geldmittel für ein Forschungsprojekt wird von einer Kommission von Fachleuten auf diesem Gebiet auf Plausibilität beurteilt - je nach Urteil wird die Veröffentlichung ermöglicht bzw. das Geld bewilligt oder nicht.

Fachzeitschriften und Förderinstitutionen haben ein offenbares Interesse, nur qualitativ hochstehende Forschung zu publizieren bzw. zu fördern - eine Fachzeitschrift riskiert den Verlust von Abonnenten und damit ihre Rentabilität und Existenz, wenn sie zu oft "Enten" bringt, und eine Förderinstitution muß gegenüber ihren Geldgebern die Verwendung der Mittel rechtfertigen. Es gibt immer wieder Fälle von Scientific Misconduct, d.h. Publikation gefälschter Resultate, ungerechtfertigte Erlangung von Mitteln, die aber aufgrund dieser systemimmanenten Regulatoren bei Bekanntwerden massiv geahndet werden - die Laufbahn des betroffenen betrügerischen Wissenschaftlers ist im allgemeinen beendet29. Dadurch wird die Qualität der Forschung gesichert. Das Internet bietet neue Möglichkeiten der Publikation, die herkömmlichen Fachzeitschriften an Geschwindigkeit und Kostengünstigkeit überlegen sind, aber das Problem der Qualitätssicherung noch verschärfter aufweisen30: jeder kann Informationen ins Internet stellen, ohne daß irgendein Zwang zur Selektion wahrheitsgemäßer Information besteht. Die Lösung liegt wahrscheinlich in der Einführung spezieller Sites, die nur mittels des klassischen Peer Reviews überprüfte Ergebnisse darstellen. Nicht verschwiegen werden soll auch, daß das System des Peer-Review die Tendenz hat, wissenschaftliche Außenseiter mit genialen neuen (und vielleicht noch nicht ganz bewiesenen !) Ideen zu strangulieren und stattdessen wissenschaftliche Mittelmäßigkeit und Konservativität zu fördern. Das ist eine bedenkliche Tendenz, der sich aber die Beteiligten und hier an erster Stelle die "Reviewer" selber bewußt sind und aktiv zu vermeiden versuchen. Verhängnisvoll wirkt sich das in Fachgebieten aus, in denen ideologische Haltungen eine große Rolle spielen wie namentlich bei der Evolutionstheorie31.

Im Bereich der Theologie existiert im Prinzip eine analoge Situation. Freilich stellt sich das schon angeführte Problem der stärkeren destruktiven Kräfte. Dementsprechend sollte ein vergleichbarer Peer-Review die Katholizität und die Qualität theologischer Forschung sichern:

Jeder zur Veröffentlichung bestimmte Artikel sollte einer ersten, am besten unmittelbar der kirchlichen Hierarchie unterstehenden Kommission vorgelegt werden, die anhand klarer, wie im Falle der Ethik-Kommissionen offengelegter Kriterien beurteilt, ob die Publikation katholisch ist oder nicht. Das ist nichts anderes als ein Imprimatur für Zeitschriftenartikel. Die Kriterien könnten in der Form formuliert sein "folgende Meinungen gelten als nicht katholisch" oder umgekehrt "die Abweichung von folgenden Meinungen gilt als nicht katholisch", als Referenzen bieten sich der neue Weltkatechismus als erste Näherung, als Kern unfehlbare Lehrentscheidungen an. Die Kriterienliste würde am geeignetsten von der päpstlichen Zentralautorität publiziert, während ihre Anwendung lokal erfolgte. Eine zweite, diesmal aus Fachleuten zusammengesetzte Kommission würde dann die eigentliche wissenschaftliche Qualität prüfen. Es scheint sinnvoll, diese beiden Stufen einzuführen, damit auch in der Theologie eine echte wissenschaftliche Forschung gefördert wird: eine bestimmte Frage kann vom Lehramt unentschieden sein, aber eine theologische Arbeit dazu kann inhaltlich mehr oder weniger hochstehend sein. Es sollte klar sein, ob ein Artikel abgelehnt wird, weil er häretisch ist oder weil er fachlich unbefriedigend ist. Auch hier besteht die Gefahr der Übertreibung, und sicherlich erklärt sich die kirchliche Krise zu einem guten Teil als Überreaktion auf manche vorkonziliaren Zustände. Es sollte immer klar bleiben, daß daß die katholische Kirche keine Institution zur intellektuellen Knebelung ist.

Nach Ansicht des Autors dieser Zeilen wird sich aufgrund des Bedarfes  notwendigerweise ein dem hier dargestellten vergleichbares System für die Theologie entwickeln müssen, auch wenn dies in der heutigen Lage als utopisch erscheinen mag. Vergessen wir nicht, daß Gott der Herr der Geschichte ist und Er noch heute einen Heiligen zu erwecken vermag, der ganz Europa zur Fülle des katholischen Glaubens zurückführen kann.

Wolfgang B. Lindemann, Straßburg

Zusammenfassung

Sowohl Naturwissenschaft als auch Theologie sind funktional auf die Gewinnung sachlich richtiger Erkenntisse ausgerichtet, woraus die Verwendung von teilweise denselben Mitteln folgt. Ein wesentliches Hilfsmittel in der Naturwissenschaft ist die gemeinsame Sprache Englisch, die große Synergieeffekte ermöglicht. Aus denselben Gründen bedarf auch die Theologie einer solchen gemeinsamen Sprache, die aber aus historischen und anderen Gründen am besten Latein sein kann. In naturwissenschaftlichen Fachpublikationen findet eine Prüfung der Artikel vor ihrer Veröffentlichung auf sachliche Richtigkeit statt, die auch in der Theologie nötig erscheint, aber hier besser in zwei Stufen unterteilt werden sollte: formale Rechtgläubigkeit als Grundvoraussetzung und theologische Qualität als zweites Kriterium.

 

Summa

Et scientiae naturales et theologia quaerent rerum perceptionem rectam et veram, unde partim usus eorundem auxiliorum sequit. Auxilum magnum scientiae lingua communis anglica est, quae effectus synergiae magnas permittit. Isdem causis etiam theologiae lingua communis necesse est, quae pro variis causis (historicis et alteris) optime lingua latina erit. In publicationibus scientiarum naturalium examinatio scriptorum ante eorem publicationem usum est, quae etiam in theologia necesse esse patet, sed in duobus gradibus applicanda sit: Orthodoxia sit primum gradus, qualitas theologica sit secundum criterium.

 

Anmerkungen

 

1 z.B. in der Numerierung der Fakultäten an Hochschulen: Theologische Fakultäten führen die Liste der Fakultäten beispielsweise an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Ruhr-Universität-Bochum an.

2 vielmehr sind dem Autor keinerlei -affirmative oder negative- diesbezügliche aktuelle Lehrentscheidungen bekannt, welches sich vielleicht aus dem Wunsche Inhaber kirchlicher Leitungsämter erklärt, die Vertreter der atheistischen aktuellen Wissenschaft nicht "unnötig" zu brüskieren.

3 "Gott hat alles für den Menschen erschaffen, aber der Mensch selbst ist erschaffen worden, um Gott zu dienen, ihn zu lieben und ihm die ganze Schöpfung darzubrigen" (KKK 358)  oder KKK 2012-2014 oder Katechismus der katholischen Lehre des Hl. Papstes Pius X. Nr. 13 "Gott hat uns erschaffen, damit wir Ihn in diesem Leben erkennen, Ihn lieben und Ihm dienen" 2. deutsche Auflage 1977 Petrus Verlag, Kirchen/ Sieg

4  KKK 407

5 Autor dieser Zeilen verzichtet auf eine eingehende Belegung der Beschreibung moderner Naturwissenschaft und garantiert mit seinem persönlichem Reputation als naturwissenschaftlich ausgebildeter Arzt für die Richtigkeit. Es werden hier Daten dargestellt, die "Allgemeinwissen" eines jeden forschenden Naturwissenschaftlers sind.

6 die Beurteilung der Qualität von Forschungsarbeit durch Fachkollegen ("Peers").

7 "In vierzig Jahren wissenschaftlicher Arbeit hat die weißhaarige Frau ein ungeheures Wissen angesammelt. Sie ist die lebende Bibliographie des Radiums: in den fünf ihr geläufigen Sprachen hat sie alle Publikationen gelesen, die auf die im Institut laufenden Untersuchungen Bezug haben. "  Eve Curie,  Madame Curie. Leben und Wirken, Bermann-Fischer Verlag Wien 1938, p. 429

8 ein populärer Beispiel ist die doppelte Erfindung der Infinitesimalrechnung durch Gauss und Newton

9 ein Beispiel ist die frühe, über eine Menschengeneration vergessene Entdeckung der Gesetze der klassischen Genetik durch Mendel

10 "Unerläßlich ist die Kenntnis des Lateinischen und des Griechischen für das richtige Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie, die ihrerseits den letzten Rest einer allen Nationen gleich verständlichen Sprache darstellt, wie einstmals das Latein als universale Gelehrtensprache ein alle Völker umschlingendes gemeinsames geistiges Band darstellte. Dem Lateinischen diese führende Position zurückzuerobern, scheint eine der wichtigesten Aufgaben des künftigen Gymnasiums zu sein. "  Albert Niedermeyer, Ärztliche Ethik (Deontologie). Grundlagen und System der ärztlichen Berufsethik, Wien 1954,  p. 45 "Man vergleiche hiezu die Bestrebungen der Societas Latina in Deutschland, der Litterae Latinae in Österreich, als überzeugende Beispiele dafür, daß das Latein sich geradezu hervorragend als moderne Sprache der Wissenschaft eignen würde" (ibidem p. 46)

11 Autor dieser Zeilen sieht den Grund dafür primär in der Größe der kirchlichen Krise, die das Engagement auf anderen, unmittelbar drängenderen, Gebieten angeraten erscheinen läßt namentlich im Bereich der heute massivst innerkichlich angegriffenen Grundwahrheiten des karholischen Glaubens. Freilich wird die Krise nur durch eine Heilung bis in ihre Wurzeln überwunden werden können.

12 Vatikanum II Sacrosanctum Concilium 36, zur Frage des Lateinischen vgl. Johannes XIII.  Apostolische Konstitution Veterum Sapientiae vom 22. 2.1962

13 vgl. Veterum Sapientiae 2

14 eingehender befaßt sich damit der Artikel von Hauptmann d.R. Dr. Heinz-Lothar Barth, Wer schaffte das Latein in der Messe ab ?, Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland, Nr. 242, Februar 1999, p. 16-21

15 eine solche Institution vorzuschlagen gelte in Deutschland mit Sicherheit als Beweis für rechtsextremistische, wenn nicht nationalsozialistische Gesinnung.  Die scheußliche Naziherrschaft hat über Jahrzehnte auch jede Form von gesundem, katholischen deutschen Patriotismus ruiniert !

16 vgl. dazu Abbé Christian Bouchacourt (Pro-Pfarrer der Kirche St. Nikolas du Chardonnet Paris V), On est les champions !... , Le Chardonnet, Nr. 160, Juli/August/September 2000, p.1.

17 erfaßbar beispielsweise anhand der Zahl der Sonntagsmessen im klassischen römischen Messritus: Nach Angaben auf der Homepage von Pro Ecclesia http://www.pro-ecclesia.com   wird in Frankreich an 83 Orten mit Genehmigung des Ortsordinarius jeden Sonntag eine Messe angeboten, an weiteren 22 an einem oder   mehreren Sonntagen im Monat bzw.  nur an Werktagen gegenüber 12 Sonntagsmessen in Deutschland, der  "Ordo ou calendrier liturgique avec un répertoire de lieux de culte traditionnel" des Jahres 2000, welcher vor allem Messzentren der in formellkanonisch nicht anerkannten  Priesterbruderschaft St. Pius X. aufführt,  nennt 229 in Frankreich gegenüber 44 in Deutschland. Für andere europäische Länder sind noch weniger Messen aufgeführt.

18 Autor dieser Zeilen sieht sich  trotz Schulbildung an einem humanistischen Gymnasium mit den Abiturfächern Latein und Griechisch Opfer dieser Pädagogik und bittet altphilologisch besser gebildete Leser um Nachsicht mit den von ihm selber verfaßten lateinischen Zusammenfassungen seiner Artikel in Theologisches und dankt dem Latinisten Herrn Leutnant d.R. Enno Coltzau, Bonn,  für den Hinweis auf deren sprachliche Unvollkommenheit, auch wenn er sich nicht der Meinung Leutnant Coltzau's anschließen kann, daß sie vor lauter Germanismen unverständlich und nur in stundenlanger Arbeit korrigierbar seien: so hohe Ansprüche würden Latein als Fachsprache ungeeignet machen und werden auch an englische Fachartikel nicht gestellt.

19 Veterum Sapientiae 6

20 vgl. z.B. http://eleaston.com/latin.html

21   Papst Pius XI, Herz-Jesu-Weihe

22 ganz offen wird dies von dem Münsteraner Liturgiewissenschaftler Clemens Richter beschrieben in "Das Konzil war erst der Anfang", Mainz 1991, p. 72ff.

23 Veterum Sapientiae 5 geht hierin wohl doch zu weit, was vielleicht ein Grund für ihre Nicht-Verwirklichung ist. Von schismatischer Seite vehement vorgetragenen Thesen eines bewußten Täuschungsmanövers "zur Beruhigung der Konservativen" seitens Johannes XXIII. ist aber sicherlich Skepsis entgegenzubringen, zu deutlich ist die Absicht der persönlichen Diskreditierung des Einberufers der II. Vatikanum, zu deutlich sind die auch sonst im schismatischen Milieu sichtbaren wahnhaften Realitätsverkennungen.

24 Beispiele dafür sind "Biologie in unserer Zeit", "Physik in unserer Zeit", "Deutsches Ärzteblatt", "Münchener Medizinische Wochenschrift", "Studium Integrale Journal", Le généraliste etc.

25 Beispiele dafür sind "Science", "Natur", "Stroke", "Neurology", "Proceedings of the National Acadamy of Sciences", "Scandinavian Journal of Psychiatry" etc.

26 Autor dieses befolgt dies in allen seinen theologischen Publikationen und hofft, Nachahmer zu finden, die sich auch nicht scheuen, ein Germanismen-haltiges Latein zu schreiben.

27 An den Universitäten Bremen, Göttingen, Heidelberg, an den Fachhochschulen Mannheim, Rhein-Sieg: Biologen heute, Mitteilungen des Verbandes Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V., 3/2000 (Mai-Juni), p.11

28 z.B. im Bereich der Klonierung menschlicher Embryonen und deren Verwendung zu Forschungszwecken,  vgl. Wolfgang B. Lindemann, Erstmals Menschen geklont, Der Fels 9/1999, p. 257f

29 Kürzlich kam im US-Topjournal Science ein solcher Fall vor, welcher den Herausgeber in einem Editorial zu folgenden Reflexionen veranlaßte: "In this week's issue of Science, a sad and troubling communication appears on p. 1141. In it, Micheal Lieber and his colleages announce the retraction of a paper ... The first author of this paper has admitted altering gel records and other data. These alterations were major and invalidate the central conclusions not only of this paper but also of a second, published in another journal. … Such deceptions generate serious collateral damage. Ours editors invited a distinguished scientist in the field to write a Perspective on the paper. The author now discovers, to her embarrassement, that what she wrote was a thoughtful evaluation of a non-experiment. Scientist unknown to us relied on meaningless results, perhaps altering their own research plans as a consequence, and busy peer reviewers wasted valuable time. There is an even heavier cost: Each such case represents another depreciation of trust, not only within our community but also on the part of our public patrons. …What role should Science play ? Plainly, journals, as the places for which research results are headed, have some responsibility. Although, they cannot create deception-proof peer review, they can treat retractions honestly and forthrightly. They can express the community's interest in the trustworthiness of results and close their pages to transgessors. They should also praise responsible actions, especially when those carry personal costs."  Donald Kennedy, Reflections on a retraction, Science 289, 1137 (18. 8. 2000). Die Häufigkeit von Scientific misconduct, namentlich des Fälschens von Daten, ist schwer zu schätzen: Bekannt sind etwa 1 Fall pro Hundertausend arbeitende Wissenschaftler und Jahr in den USA, gleichzeitig gibt etwa einer von hundert Wissenschaftlern in den USA an, einen derartigen (nicht öffentlich bekanntgewordenen) Fall persönlich zu kennen. Etwa 90% aller Studenten geben an, regelmäßig oder oft Ergebnisse in Laborpraktika  zu fälschen, meistens um eine bessere Note zu erhalten. Diese Rate nimmt unter Diplomanden und Doktoranden sehr stark ab. Eliot Marshall, How prevalent ist fraud ? That’s a million-dollar question, Science 290, p. 1662f (1. 12. 2000).

30   eine gute Einführung in die Thematik ist Eliot Marshall, Publish and perish in the Internet World., Science 289, 14. Juli 2000, p. 223-225

31 vgl. Wolfgang B. Lindemann, Ist die Evolutionstheorie gleichgültig für die katholische Religion ?, Theologisches, Jahrgang 30 Nr. 5/6, p. 175-186

 

 

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