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Roland Süßmuth (Hrsg.), Empfängnisverhütung. Fakten, Hintergründe, Zusammenhänge. Christiana/ Hänssler 2000, ISBN 3-7171-1049-7 (Christiana-Verlag) bzw. 3-7751-3001-2 (Hänssler-Verlag).
Der Vorsitzende des Initiativkreises in der Diözese Stuttgart Prof. Dr. rer. nat. Roland Süßmuth ist der Herausgeber eines Sammelbandes zum Thema „Empfängnisverhütung“, zu dem in 46 Artikeln 40 Autoren aus beiden Konfessionen beigetragen haben und zugleich in einem renommierten katholischen und evangelikalen Verlag erschienen ist.
Die Autorenliste des Buches liest sich wie ein Who’s Who des deutschen, ja des europäischen Katholizismus, angereichert durch einige herausragende Vertreter evangelischer Konfession: Weihbischof Laun, die Professoren Stöhr, Seifert, Rötzer und Joyeux, die bekannte Psychologin Christa Meves, die Frauenärzte Dr. Ehmann und Frau Dr. Wloka und viele andere beleuchten das Thema Empfängnisverhütung auf 1200 Seiten. in einer Ausgiebigkeit, die ihresgleichen nicht hat. Vorworte sind geschrieben u.a. von keinem geringeren als Kardinal Schönborn und dem Chef des Hauses Habsburg, Otto von Habsburg.
Zuerst werden in 11 Artikeln die medizinischen Aspekte der künstlichen Empfängnisverhütung behandelt, dabei werden die in der Öffentlichkeit oft heruntergespielten negativen Nebenwirkungen der „Pille“ dargelegt, ihre mögliche frühabtreibende Wirkung aber auch psychologische Aspekte oder die Frage der Sterilisierung des Mannes. Anschließend wird in 20 Artikeln auf die Natürliche Empfängnisregelung eingegangen (es sei erwähnt, daß aus Sicht des Rezensenten bedauerlicherweise die neuen „Zykluscomputer“ nicht behandelt werden, vielleicht, weil sie erst seit kurzem auf dem Markt sind und wenig Erfahrungen vorliegen) sowie auf soziologisch-demographische Aspekte der Verhütung: die These „Besser verhüten als abtreiben“ wird kritisch hinterfragt: verstärkte Propagierung von Verhütung namentlich in Schulen könnte den Nebeneffekt haben, daß sexuelle Beziehungen motiviert werden mit dem entsprechenden erhöhten Risiko für Schwangerschaften. Verhütung (mit konsekutiver geringerer Kinderzahl) ist wohl keine Lösung für das Phänomen der strukturellen Arbeitslosigkeit, da Kinder starke Konsumenten sind und mehrfache Mütter meist mindestens vorübergehend aus dem Arbeitsleben ausscheiden und so den Arbeitsmarkt entlasten. Der Jurist Papsthardt zitiert ein Urteil des BGH von 1954, welches intime Beziehungen nur in der Ehe für sinnvoll und sittenhaft erklärt werden.
Ein Block von 15 Artikeln behandelt die philosophischen und theologischen Grundlagen der kirchlichen Ablehnung der „Pille“ und erläutert die kirchliche Lehre über Verhütung. Abschließend folgen Erfahrungsberichte u.a. von Pädagogen und der Frauenärztin Dr. Wloka. Interessant sind auch die Beiträge evangelischer Autoren wie des Habilitanden Dr. theol. Neuer oder des Lebensrechtlers und Wort- und Wissen- Vorstandsmitgliedes Prof. Dr. rer. nat. Hermann Schneider: „traditionelle“ evangelische Lehre ist, gestützt auf entsprechende Aussagen der Bibel, die Ablehnung künstlicher Verhütung ! Schneider gibt einen erschütternden Bericht über seine Teilnahme als Deligierter einer Lebensrechtsvereinigung an der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo
Einige Beiträge sind bereits andernorts erschienen, so der von Frau Dr. Wloka im Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland.
Das Buch ist eine wertvollste Ergänzung für die heutige Pastoralmedizin, die seit ihrem letzten Hochstand unter dem Wiener Albert Niedermeyer wahrscheinlich kein weiteres derart wichtiges Werk mehr besitzt.
Prof. Süßmuth –nicht verwandt oder verschwägert mit der gleichnamigen Politikerin-, der neben seinem innerkirchlichen Engagement seit Jahrzehnten in der evolutionskritischen Forschung arbeitet (er ist langjähriger Mitautor des nun in 5. Auflage vorliegenden Buches „Evolution Ein kritisches Lehrbuch“ der Studiengemeinschaft Wort und Wissen und arbeitet hier mit Prof. Schneider zusammen), einen Lehrauftrag an der Gustav-Sievert-Akademie hat und privat Gläubiger der Stuttgarter Gemeinde der Priesterbruderschaft St. Petrus ist, sei ganz herzlich für dieses arbeitsintensive Werk gedankt und es sei jedem Priester, jedem katholischen Akademiker, jedem allgemein interessierten Laien empfohlen.
C) Homepage von Wolfgang Lindemann aus Hamburg
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