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Es gibt jetzt ein organisiertes Netzwerk katholischer evolutionskritischer Naturwissenschaftler:
 Die Studiengemeinschaft Theologie und Biologie
www.theologie-biologie.eu

Johannes Grün, „Schöpfung  Ein göttlicher Plan, Die Evolution im Lichte naturwissenschaftlicher Fakten und philosophisch-theologischer Grundlagen, Mit einem philosophischen Essay von Herrmann Weinzierl, Verax Verlag Müstair/Graubünden Schweiz 2000, 543 Seiten ISBN 3-909065-05-8  DM 39.-

                           H.H. Pater Grün !!

Das kürzlich erschienene Buch „Schöpfung   Ein göttlicher Plan“ verdient die Aufmerksamkeit der Freunde und Mitarbeiter der Studiengemeinschaft Wort und Wissen. Sein Autor H.H. Pater Johannes Grün ist katholischer Priester und es handelt sich um das erste deutschsprachige evolutionskritische Buch eines katholischen Autors.

P. Grün, geboren 1960 in Aachen, studierte bis zum Physikum Medizin und trat dann einer Ordensgemeinschaft bei und wurde nach Philosophie-und Theologiestudium 1986 Priester. Seitdem ist er in der Seelsorge tätig, derzeit in Luzern und Zug in der Innerschweiz, unterstützt von seinem Bruder, gleichfalls Priester im selben Orden. Neben seiner mühseligen Arbeit als Pfarrer hat sich P. Grün seit über einem Jahrzehnt mit Evolution und Kreationismus befaßt, sowohl naturwissenschaftlich als auch philosophisch-theologisch.

Sein Anliegen ist es, wie er dem Autor dieses erläuterte, zu zeigen, daß ein liebender Gott nicht durch einen Schöpfungsmechanismus von brutaler Gewalt und „survival of the fittest“ schaffen kann. Der Christus der Evangelien, durch den nach dem Zeugnis der Bibel „alles geschaffen ist“ (Joh. 1,3 u.a.) kann nicht der Schöpfer der Evolution sein.

Inhaltlich geht das Buch auf sämtliche Aspekte von naturwissenschaftlicher Evolutionskritik ein. Nach einer Beschreibung des Evolutionsgedanken in der Geschichte der Menschheit –unter besonderer Berücksichtigung katholischer Theologen, Wort und Wissen Freunde werden dort manches ihnen unbekanntes finden- folgt als erstes naturwissenschaftliches Kapitel „Geologie und Evolution“. Die Sintflutproblematik wird erörtert, Fragen der Fossilbildung, des Erdalters und der Erddatierungsmethoden, das Scheven’sche Kohleentstehungsmodell und eine Einführung in die Geschichte der Geologie werden dem Leser vorgestellt.

Drei Kapitel sind der biologischen Evolution gewidmet, so grundlegende Konzepte wie das Grundtypmodell werden eingeführt. Die Schwächen der Evolutionstheorie werden auf den verschiedensten Ebenen gezeigt, angefangen von der Ursuppenthematik über Einzeller, Mehrzeller und höhere Lebewesen.

Ein weiteres Kapitel befaßt sich mit der Stellung und den evolutionären Theorien über die Herkunft des Menschen. P. Grün zeigt die ganze fachliche Unzulänglichkeit der evolutionistischen Theorien auf. Das letzte naturwissenschaftliche Kapitel behandelt die Urknallproblematik und das Alter des Universums.

Inhaltlich hat P. Grün in den naturwissenschaftlichen Kapiteln aus den Ergebnissen der Arbeit von Wort und Wissen geschöpft. Die von ihm vorgetragenen Fakten, Deutungen und Positionen sind durchweg den entsprechenden Publikationen von Scherer, Junker, Pailor, Scheven etc. entnommen, und auch als solche mit Zitatangaben angeführt. Ohne die Arbeit von Wort und Wissen hätte dieses Buch nicht entstehen können, neben dem Autor dieser Zeilen (Grün S. 38) haben u.a. Dr. Joachim Scheven und Dr. Reinhard Junker Teile des Buches korrekturgelesen (Grün S. 39). Im Vergleich zu den Standardwerken von Wort und Wissen liegt die Stärke von P. Grün’s Buch in der umfassenden Behandlung aller Aspekte von wissenschaftlicher Evolutionskritik (Geologie, Paläontologie, Biologie und Astrophysik) in einem Werk. Die –bei einem in erster Linie rezipierenden Werk unvermeidliche- Schwäche liegt in der geringeren Aktualität, Ergebnisse von Wort und Wissen aus den letzten 1 oder 2 Jahren sind nur ungenügend berücksichtigt.

Im theologischen Teil wird auf der Basis des traditionellen katholischen Glaubens gezeigt, daß die Evolutionstheorie nicht gleichgültig für den Christen ist (1). Es werden päpstliche Lehrschreiben angeführt, die neuesten sind aus der Mitte des 20. Jahrhundertes, die die Irrtumslosigkeit der Bibel auch in naturwissenschaftlichen und historischen Fragen einschärfen. Es ist nicht mehr zu leugnen, daß sich die katholische Kirche in einer schweren Krise befindet, die sich auf allen Ebenen kirchlichen Lebens auswirkt und beileibe nicht vor den Amtsträgern haltmacht; neuere Dokumente beispielsweise der deutschen Bischofskonferenz bezüglich Evolution werden zitiert, die in schärfstem Gegensatz zu dem traditionellen katholischen Glauben stehen. Die Krise macht selbst vor der römischen Zentralautorität nicht halt, wie die Äußerung Papst Johannes Pauls II. vor der päpstlichen Akademie der Wissenschaften 1996 zugunsten von Evolution zeigt – und beschränkt sich nicht hierauf, wie vom selben Papst veranstaltete „Interreligiöse Gebetstreffen“, ein klarer, schwerer Verstoß gegen das 1. Gebot Gottes, zeigen. Wort und Wissen Freunden kann dieses Buch vielleicht zeigen, daß die modernistisch-liberale „Religiosität“, die in deutschsprachigen katholischen Gemeinden mittlerweile dominiert, nicht die eigentliche katholische Religion ist – und daß glaubensloser Katholizismus nicht gleich Protestantismus ist, sondern vielmehr glaubenslosem Protestantismus gleichzusetzen ist, was sehr deutlich in der Bibelkritik wird. Ein Unterkapitel über Teilhard de Chardin rundet den theologischen Abschnitt ab und weist nach, daß dieser Jesuitenpater, der bis zu seinem Tode 1955 von der damals noch intakten kirchlichen Autorität mit Publikationsverbot belegt war (seine Werke wurden posthum herausgegeben) nicht als Vertreter des „Katholizismus“ gelten kann – es stellt sich eher die Frage, ob er überhaupt noch Christ war !

Es ist das große Verdienst von P. Grün, all’ dieses Material zusammengetragen zu haben, und den Mut gehabt zu haben, es trotz Unvollkommenheiten zu veröffentlichen, Unvollkommenheiten, deren er sich bewußt ist (S. 501). Ein grundsätzliches Problem ist das hohe fachliche Niveau des Buches. P. Grün bringt alle wichtigen Argumente zu den einzelnen Bereichen – aus Platzgründen kann er darum nicht allgemeinverständlich sein. Ich denke aber, daß sein Ansatz richtig ist, existieren doch schon zahlreiche didaktisch hervorragende Werke namentlich bei Wort und Wissen – von denen aber keines ausdrücklich Katholiken ansprechen würde. Darüber hinaus gibt es nicht wenige sachliche Ungenauigkeiten, es fehlt ein Literaturverzeichnis, das Namensregister hat Fehler ... Autor dieses durfte Mitverantwortung für das Buch tragen und schlägt sich darum selber an die Brust. Sein hoher Wert wird aber nicht entscheidend gemindert und die nächste Auflage wird noch besser werden. Es sei jedem Wort und Wissen Freund, der Evolutionskritik aus katholischer Perspektive kennenlernen möchte, wärmstens zur Lektüre empfohlen.

Bild des Buches: hier klicken (am Seitenende)

 

1 vgl. Wolfgang B. Lindemann, Ist die Evolutionstheorie gleichgültig für die katholische Religion ?, Theologisches, Jahrgang 30 Nr. 5/6, p. 175-186

C) Homepage von Wolfgang Lindemann aus Hamburg

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(erstellt von Mitarbeitern der Studi- engemeinschaft Wort und Wissen)

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